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AOL Time Warner nimmt Milliarden-Sonderabschreibung vor

Der amerikanische Medienkonzern AOL Time Warner wird im ersten Quartal 2002 eine Gewinn mindernde Sonderabschreibung in Höhe von 54 Mrd.$ vornehmen.

dpa NEW YORK. In einem Schreiben an die US-Börsenaufsicht SEC präzisierte AOL die bereits im Januar angekündigte Abschreibung in Höhe von 40 bis 60 Mrd. $, schreibt das "Wall Street Journal" in seiner aktuellen Ausgabe. Unter Anwendung neuer Bilanzierungsregeln, die in den USA seit Jahresbeginn gelten, soll die so genannte "Goodwill-Abschreibung" dem Firmenwert gerecht werden. Dieser hatte sich durch die Fusion von AOL und Time Warner im Jahr 2000 verändert.

Als "Goodwill" wird die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem Marktwert des Unternehmens bezeichnet. Auf Grund des gesunkenen Aktienkurses und des anhaltend schwierigen Werbe- und Mediengeschäftes ist der Marktwert von AOL Time Warner deutlich gefallen. Im Mai 2001 kostete eine AOL-Time-Warner-Aktie zeitweilig noch über 58 $, am Montag lag der Schlusskurs der AOL Time Warner Aktien bei 24,21$. Bei diesem Aktienpreis und insgesamt 4,4 Mrd. ausstehenden Aktien ist das Unternehmen derzeit rund 106,5 Mrd.$ wert. Die hohe Abschreibungssumme spiegelt nach Ansicht von Experten die Überbewertung von Aktien auf dem Höhepunkt der Internet-Spekulation wider.

Für das Jahr 2002 erwartet AOL Time Warner keine wirtschaftliche Erholung. Das Unternehmen rechnet mit einem Umsatzwachstum von fünf bis acht Prozent und einem Anstieg des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von acht bis zwölf Prozent. Im ersten Quartal dürften Umsatz und Gewinn stagnieren.

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