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AOL und Alan sorgen für Stimmung

AOL Time Warner und Notenbank-Chef Alan Greenspan sorgen an der Wall Street für gute Stimmung. Der Wärter der US-Leitzinsen sieht zur Zeit nicht die Gefahr einer drohenden Inflation. Der Mediengigant bestätigt die Geschäftsprognosen für das laufende Geschäftsjahr. Die US-Finanzmärkte präsentieren sich im Plus.

"Big Al" stand am Morgen dem Bankenausschuss des US-Senats in Fragen zur US-Konjunktur Rede und Antwort. Sollten die Energiekosten weiterhin steigen und die sich die US-Wirtschaft weiter abschwächen, stehen die Zeichen gut, dass Greenspan die US-Leitzinsen am 27. Juni erneut senken könnte. Gleichzeitig unterstützen erfreuliche Nachrichten von Medien- und Internetgigant AOL Time Warner die gute Stimmung. Der Konzern bestätigt die Geschäftsprognosen für das Gesamtjahr. Das Geschäft ziehe am Ende des Jahres wieder an. Vor allem im Bereich der Werbeeinnahmen sei wieder Land in Sicht. Die rückläufige Entwicklungen des Einnahmenbereichs sei zunächst gestoppt. Oracle war es gestern gelungen, mit optimistischen Zukunftsaussichten für Kursgewinne zu sorgen. Der Optimismus, dass die US-Konjunktur das Schlimmste hinter sich habe, sorgt auch heute für Kursgewinne. Zu den größten Dow Jones Gewinnern zählen zur Mittagsstunde die Aktien von Philip Morris, J.P. Morgan und Caterpillar. Die Aktie von Walt Disney legt ebenfalls an Wert zu. Treibende Kraft ist in diesem Fall Viacom. Das Papier des Konzerns, dem unter anderem die Fernsehsender CBS, MTV und Showtime Networks gehören, profitiert von einer Empfehlung von Merrill Lynch. Die Analysten kurzfristig orientierten Anlegern die Aktie des Medienkonzerns zu kaufen. Artverwandte Werte wie Wal Disney und General Electric, dem der Fernsehsender CNBC gehört, sind ebenfalls gefragt.

Unter Druck geraten zur Wochenmitte erneut die Technologiewerte. Gewinnwarnungen schaden dem Sektor der Netzwerkausrüster. Negative Analystenkommentare treiben die Aktien der Chiphersteller ins negative Terrain.

Finanzpapiere ziehen an. Bear Stearns veröffentlicht am Morgen gute Quartalszahlen. Das Brokerhaus kann die Analystenerwartungen mit einem Gewinn von 1,18 Dollar um neun Cents schlagen. Zwar ging der Gewinn im Vergleich zum Vorquartal um über 20 Prozent zurück, doch stimmt das Ergebnis die Anleger bei der momentanen Lage des Aktienmarktes zufrieden. Bereits gestern hatten Goldman Sachs und Lehman Brothers mit erfreulichen Quartalsresultaten für gute Stimmung gesorgt. J.P. Morgan notiert ebenfalls stärker.

Einen erneuten Dämpfer erhalten die Aktien der Netzwerkindustrie. Tellabs, der weltgrößte Hersteller von Equipment für Telefonnetze, veröffentlichte gestern nach Handelsschluss eine Gewinnwarnung. Statt dem ursprünglich erwarteten Gewinn von 29 Cents pro Aktie wird das Unternehmen lediglich ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen. In diesem Quartal dürfte Tellabs statt der angepeilten 800 Millionen Dollar nur 500 Millionen Dollar erwirtschaften. Der Vorstand macht die schwache Nachfrage der Telekommunikationskonzerne für die gesenkten Prognosen verantwortlich.

Vor allem die kapitalintensive Telekommunikationsindustrie hat unter der anhaltenden Konjunkturschwäche der USA zu leiden. Tellabs verbundene Werte wie Ciena und Cisco Systems notieren schwächer. Sun Microsystems büßt ebenfalls ein. Neben Tellabs warnte auch Teradyne, Zulieferer für Testgeräten für die Chipproduktion, vor enttäuschendem Umsatz und Gewinn.

Eher unerfreulich sind auch die Nachrichten aus der Luftfahrt. Über den Wolken lief es in diesem Quartal nicht so gut wie erwartet. Unter hohen Ölpreisen hatten unter anderem Northwest Airlines und United Airlines zu leiden. Beide Fluggesellschaft werden für dieses Quartal einen Verlust ausweisen. United, Delta und North West Airlines notieren im Minus.

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