AOL und Time Warner als Vorbild
Bertelsmann nicht an Übernahme von Yahoo interessiert

Der deutsche Medienkonzern Bertelsmann ist nach Informationen aus unternehmensnahen Kreisen nicht an einer Übernahme des US-Internet-Portals Yahoo interessiert.

Reuters HAMBURG. An dem Unternehmen bestehe definitiv kein Interesse, hieß es am Freitag in den Kreisen. Die "Financial Times Deutschland" hatte zuvor über Spekulationen berichtet, ein Medienkonzern wie Bertelsmann könnte die US-Firma kaufen.

Bertelsmann selbst lehnte eine Stellungnahme mit der Begründung ab, Spekulationen würden grundsätzlich nicht kommentiert. Die Yahoo-Aktie war am Donnerstag nach einer Gewinnwarnung auf ihren niedrigsten Stand seit 1998 gefallen.

Yahoo hatte am Mittwoch nach Börsenschluss mitgeteilt, ein Rückgang an Werbe-Einnahmen werde im ersten Quartal und im Gesamtjahr zu einem nur ausgeglichenen Ergebnis führen, nachdem bislang Gewinne erwartet worden waren. Die Aktien des Branchenführers unter den Internet-Portalen brachen daraufhin um mehr als 20 % auf gut 16 $ ein.

Bertelsmann ist zu 17,2 % an dem Yahoo-Konkurrenten Lycos Europe beteiligt. Lycos-Europe-Aktien notierten am Freitag am Neuen Markt bei 2,40 Euro, vier Prozent unter dem Schlusskurs vom Vortag.

Nicht zuletzt wegen der Fusion von America Online (AOL) mit Time Warner Anfang des Jahres gelten Zusammenschlüsse von Internet-Anbietern und Medienkonzernen in der Branche als Möglichkeit zur Umsatzsteigerung. Die schon bestehende Beteiligung von Bertelsmann an Lycos Europe wird von anderen Branchenbeobachtern aber eher als Indiz dafür gesehen, dass Bertelsmann kein Interesse an Yahoo hat.

Bertelsmann sieht im Internet große Möglichkeiten für den Vertrieb digitalisierter Musikstücke und Filme. Der Konzern ist deshalb eine strategische Allianz mit der Online-Börse Napster eingegangen, über die Millionen Nutzer Musikdateien tauschen. Aus dem Engagement mit dem Internet-Anbieter AOL Europe zieht sich Bertelsmann dagegen zurück.



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