AOL und Viacom an Musiksender interessiert
Medienwächter wegen Viva-Übernahme besorgt

Der Übernahmekampf zwischen den US-Medienkonzernen AOL Time Warner und Viacom (MTV) um die Viva Media AG lösen bei den Medienwächtern Sorgen um die Programmvielfalt aus.

hps/pes DÜSSELDORF. Sie befürchten mögliche Folgen für den Medienstandort Nordrhein-Westfalen, falls Viacom als Weltmarktführer im Musikfernsehen die Mehrheit an Viva übernehmen sollte.

"Wir müssen prüfen, ob die bisherige Viva-Sendelizenz eine Übernahme durch Viacom tragen würde", warnt Norbert Schneider, Vorsitzender der Landesanstalt für Rundfunk Nordrhein-Westfalen (LfR). Auch mit einem Anteil von 30 % an Viva Media sei Viacom bereits Unternehmensführer. Wenn sich etwas Substanzielles wie der Gesellschafterkreis in der Senderstruktur verändere, könne der Vertrag für die Einspeisung in das NRW-Kabelnetz gekündigt werden. "Der Wert eines Senders ist von seiner technischen Reichweite, also der Einspeisung in die deutschen Kabelnetze, bestimmt", gab Schneider zu bedenken. Jede Landesrundfunkanstalt könne nach einer Mehrheits-Übernahme bei dem Kölner Musik-Sender prüfen, ob die gesendeten Inhalte noch passend seien. "Die Sendevoraussetzungen dürften für Viacom aber kein ernsthaftes Thema sein", so Schneider.

Der Übernahmekampf beflügelte gestern die Viva-Aktie. Der Kurs stieg am Nachmittag um 25 % auf ein Jahreshoch von 14 Euro. "Einen starken amerikanischen Mehrheitsgesellschafter zu haben, macht für Viva Sinn", sagte Isabel Geigenberger von der DZ-Bank. Wenn Viacom zum Zug kommen sollte, erwartet die Medienanalystin eine stärkere Zentralisierung - in diesem Fall nach London.

Die Bertelsmann-TV-Tochter RTL Group hat derzeit kein Interesse an einem Einstieg bei Viva. Vor eineinhalb Jahren bemühte sich Bertelsmann vergeblich, den Musikkonzern EMI mit seiner Musiktochter BMG zu verschmelzen. In diesem Zusammenhang gab es Überlegungen die von EMI gehaltene Viva-Beteiligung von 15,3 % aufzustocken.

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