Apotheker machen Front gegen Versand-Konkurrenz
Apotheker rebellieren gegen Arznei-Versand

Die Apotheker wollen massiv gegen drohende Konkurrenz durch Versandhandels- und Internet-Apotheken Front machen.

dpa BERLIN. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) kündigte am Montag in Berlin eine breit angelegte Kampagne «Pro Apotheke» an. Der Verband reagiert damit auf die Absicht von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), den Versandhandel von Medikamenten in Deutschland zu erlauben. Die 21 500 deutschen Apotheken sehen dadurch ihre bisher geschützte Marktposition in Gefahr.

ABDA-Präsident Hans-Günter Friese warnte vor «Sicherheitslücken» beim Versandhandel von Arzneien. Er verlangte, dass nur pharmazeutisches Personal über Telefon, Telefax oder Internet bestellte Medikamente den Patienten nach Hause liefern dürfen. Die Beratung durch Apotheker sei notwendig. Nach Studien wendeten Patienten in 50 Prozent der Fälle Arzneien nicht korrekt an, sagte Friese. Die Kosten dafür beliefen sich auf zehn Milliarden Euro im Jahr.

Kritik übte die ABDA an dem jüngsten Arznei-Sparpaket von Ministerin Schmidt mit der umstrittenen Aut-Idem-Regelung. Danach müssen die Apotheker aus einer Wirkstoffgruppe ein billiges Mittel heraussuchen, wenn der Arzt dies nicht schon selbst getan hat und nicht auf einem bestimmten Medikament beharrt. Friese bezeichnete das Gesetz als «handwerklich unausgereift» und teilweise «chaotisch». Im Grundsatz stellte sich die ABDA aber hinter die Aut-Idem-Regelung.

Der Verband setzte sich für eine Reform der Preisspannen bei Medikamenten ein. So sollten Apotheker und Großhandel bei teuren Mitteln geringere Spannen als bisher erzielen. Dafür sollten die Spannen bei preiswerten Mittel vor allem aus dem Bereich der Selbstmedikation erhöht werden. Dadurch könnten die Krankenkassen laut ABDA schon im ersten Jahr 350 bis 450 Millionen Euro sparen.

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