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Apple am Boden

Autsch. Gestern haben wir uns noch über die Rally an den New Yorker Börsen gefreut, heute bekommt der gesamte Technologiesektor wieder Prügel. Seit Juli hat der Nasdaq Index um 5,6 Prozent verloren. Ausgefressen hat es diesmal Apple. Eine Gewinnwarnung des Computerherstellers lässt die Indizes in der Verlustzone versinken.

Apple

schockte Anleger und Analysten gestern nachbörslich mit einer Gewinnwarnung. Im vierten Quartal werde der Computer-Riese 30 bis 33 Cents Gewinn pro Aktie erzielen, deutlich weniger als die von den Analysten im Schnitt erwarteten 45 Cents. Der Kurs der Apple-Aktie hat bis zum Mittag über die Hälfte des Wertes verloren. Grund für das Gewinndilemma: Der Umsatz sei im September auf allen Märkten geringer ausgefallen als erwartet. Der Herbstbeginn gilt in der Regel als besonders umsatzstark, da sowohl das Schuljahr als auch das neue Uni-Semester beginnen. Besonders der Verkauf des neuen Apple-Modells PowerMac Cube lief schlechter als erwartet.



Analysten befürchten nun, dass die Apple-Warnung als Signal für eine allgemeine Schwäche der Computer-Branche gewertet werden kann. Dell und Gateway verlieren. Hewlett-Packard, IBM und Intel sind die größten Loser im Dow.



Nicht nur die Sorgen über nachlassenden Computerkäufe, sondern auch Lieferprobleme bei Intel bringen den Halbleiter-Sektor in Verruf und ziehen Micron Technology, Applied Materials und Rambus nach unten. Berichten zufolge gerät der weltgrößte Chiphersteller mit der Auslieferung seines neuen Pentium IV Prozessors in Verzug. PC Hersteller haben daher nicht mehr genügend Zeit ihre Modelle mit den neuen 1,4 Ghz Prozessoren rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft fertigzustellen.



Geld fließt auf die sichere Seite, wenn es an den Börsen rauer zugeht. Für die Anleger scheinen heute Pharma-Aktien die sichere Seite zu sein. Profitieren können im Dow Jones Index die Unternehmen Merck, Johnson & Johnson. Aber auch der Chemiekonzern DuPont und der Einzelhändler Wal-Mart erfreuen sich über Beliebtheit.



Derzeit befindet sich auch der Flugzeugbauer unter den Dow Verlierern. Airbus hat Boeing ausgestochen und den Auftrag über den Bau des weltgrößten Passagierflugzeugs an sich gerissen. Auftraggeber ist Singapur Airlines, der das neue Modell mit 550 Plätzen besser gefiel, als die Stretchversion der Boeing 747 mit nur 516 Sitzen.



Hohe Ölpreise verhängen den Himmel über Transportaktien. United Airlines warnt vor einem schwächeren dritten Quartal. Auch könnte das vierte Quartal unter den Erwartungen ausfallen. Die Fluggesellschaft macht in erster Linie höhere Kerosinpreise dafür verantwortlich. Zudem hätten Arbeitsniederlegungen die Umsatzzahlen belastet.



Mattel

fällt fast fünf Prozent. Der weltgrößte Spielzeughersteller möchte seine Abteilung Learning Co. abstoßen. Zudem wird das Unternehmen Personal abbauen und die Quartalsdividende reduzieren, um wieder profitabel operieren zu können. Kosmetik scheint nötig zu sein, denn der Marktwert ist um 43 Prozent abgerutscht.

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