Apple-Warnung dämpfte den Optimismus
US-Börsen nach Gewinnmitnahmen im Minus

Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte schloss 2,14 % im Minus und gab damit einen großen Teil des gut 3-prozentigen Anstiegs vom Dienstag wieder ab.

Reuters NEW YORK. Die US-Aktien sind am Mittwoch nach den starken Kursaufschlägen des Vortages von Gewinnmitnahmen belastet worden. Zudem dämpfte nach Händlerangaben die Ankündigung eines Quartalsverlusts beim US-Computerhersteller Apple den Optimismus, der sich am Vortag nach einer Rede des US-Notenbankchefs Alan Greenspan und damit aufkeimenden Spekulationen auf sinkende Zinsen breit gemacht hatte.

Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte schloss 233,59 Punkte oder 2,14 % im Minus bei 10 665,13 Zählern und gab damit einen großen Teil des gut dreiprozentigen Anstiegs vom Dienstag wieder ab. Der breiter gefasste S&P-500-Index notierte zum Sitzungsschluss 1,82 % schwächer bei 1 351,50 Punkten. Der technologielastige Nasdaq Composite Index verzeichnete Einbußen von 3,22 % und schloss bei 2 796,76 Zählern, nachdem der Index am Dienstag mit einem Anstieg von über 10 % den größten Punktegewinn seit seinem Bestehen verbucht hatte.

Händler sagten, neben den Gewinnmitnahmen nach der Kursrally vom Dienstag habe insbesondere die Apple-Ankündigung den Markt belastet. Der US-Computerhersteller hatte am Dienstag nach Börsenschluss mitgeteilt, für das erste Quartal seines laufenden Geschäftsjahres 2000/2001 (zu Ende September) einen operativen Verlust zu erwarten, da die Umsätze geringer als prognostiziert ausfallen würden. Das Papier brach um rund 16 % ein. Die Gewinnwarnung von Apple zog auch die im Dow-Jones vertretenen Computerhersteller IBM und Hewlett-Packard ins Minus. IBM büßten 6,4 % ein, und HP verbilligten sich um 8,5 %.

Obwohl ein Teil der Kursgewinne vom Vortag im heutigen Handelsverlauf wieder abgegeben wurden, seien die Anleger weiterhin optimistischer als noch im November, als die US-Aktienmärkte einen regelrechten Einbruch erlitten hatten, sagten Händler. Man erwarte nach der Rede von Alan Greenspan eine baldige Entspannung an der Zinsfront, sagte ein Händler. Am Dienstagabend (MEZ) hatte der US-Notenbankchef auf die Möglichkeit einer starken Verlangsamung des US-Wirtschaftwachstums hingewiesen, was viele Investoren als Zeichen einer baldigen Zinssenkung werteten. "Es herrscht Erleichterung nach den Andeutungen von Alan Greenspan zur möglichen Zinsentwicklung", sagte ein Händler.

Sinkende Zinsen wirken sich üblicherweise positiv auf die Aktienmärkte aus, da sich die Kreditaufnahme für Unternehmen dadurch verbilligt und etwaige Gewinne höher ausfallen können. Zudem verlieren die Anleihen als konkurrierende Anlagemöglichkeit an Attraktivität, da sie bei niedrigeren Zinsen geringere Renditen als bei höheren Zinsen abwerfen.

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