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Apple will mit iTunes Onlinepiraten das Wasser abgraben

London (dpa) - 85 Millionen Musikstücke hat Apple Computer seit dem Start seines iTunes Musicstores über das Internet verkauft. Die Zahl klingt gewaltig, zumal der Computerpionier aus Kalifornien inzwischen rund 70 Prozent des Marktes der legalen Musik-Downloads erobert hat.

London (dpa) - 85 Millionen Musikstücke hat Apple Computer seit dem Start seines iTunes Musicstores über das Internet verkauft. Die Zahl klingt gewaltig, zumal der Computerpionier aus Kalifornien inzwischen rund 70 Prozent des Marktes der legalen Musik-Downloads erobert hat.

Gemessen am gesamten Jahresumsatz der US-Musikindustrie von rund 32 Milliarden Dollar stehen Apple und die anderen Anbieter von Online-Musikshops jedoch erst ganz am Anfang.

Zum Start des iTunes Musicstore in Deutschland, Großbritannien und Frankreich erklärte denn auch Apple-Chef Steve Jobs Netzwerke für das illegale Herunterladen von Songs wie KaZaa oder Gnutella zum Hauptwettbewerber. Gerade in Deutschland trifft Jobs damit den Zeitgeist. Hier zu Lande ist die Szene der Nutzer von Internet- Tauschbörsen zurzeit extrem verunsichert, nachdem Anfang Juni erstmals ein KaZaa-Nutzer in Deutschland zu 8000 Euro Schadenersatz verurteilt wurde.

Im Gegensatz zur Musikindustrie schwingt der Apple-Chef aber nicht die juristische Keule, sondern verweist augenzwinkernd auf das «bessere Karma», das man habe, wenn man die Musik nicht aus dem Internet stiehlt. Außerdem wollen Apple wie die anderen Anbieter von legalen Online-Musikläden die Kunden mit handfesten Vorteilen überzeugen: Denn im Gegensatz zu den Tauschbörsen kann man sich beispielsweise darauf verlassen, dass der komplette Song in einer ordentlichen Qualität übertragen wird.

Apple bleibt in Europa mit einem Preis von 99 Cent für jeden der rund 700 000 Songs im iTunes Musicstore unter der psychologisch wichtigen Ein-Euro-Schwelle. Komplette Alben, die in den USA 42 Prozent des Geschäfts ausmachen, sollen in der Regel für 9,99 Euro angeboten werden. In dem Preis stecken nicht nur die Honorare für die Künstler und Plattenlabels, sondern auch die Abgaben für Verwertungsgesellschaften wie die Gema und auch die eigenen Aufwendungen. Und auf alles wird in Europa die Mehrwertsteuer fällig, während Online-Musikangebote in den USA von der Umsatzsteuer befreit sind.

Als Zahlungsmittel wird der Apple-Musicstore in Deutschland vorerst nur Kreditkarten (Visa, Mastercard) anbieten. «Wir haben aber auf dem Zettel, dass nicht jeder in Deutschland eine Kreditkarte hat oder im Internet einsetzen will», sagt Eddy Cue, Apple Vice President Applications Division. Einen Zeitpunkt, wann es alternative Zahlungsmöglichkeiten geben wird, nannte das Unternehmen bislang nicht.

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