Arabische Liga soll Clintons´ Friedensplan erörtern
Zwei Tote und 16 Verletzte nach Bombenanschlägen in Nahost

Bei zwei Bombenanschlägen aufständischer Palästinenser sind nach amtlichen Angaben am Donnerstag zwei Israelis getötet und 16 verletzt worden. Die beiden Toten gab es nach Angaben aus Militärkreisen an der Grenze zum Gaza-Streifen, wo in der Nähe des Zaunes am Grenzübergang Sufa ein Sprengsatz hoch ging.

Reuters TEL AVIV/JERUSALEM. Mindestens zwei weitere Menschen seien verletzt worden. Wenige Stunden vorher detonierte eine Bombe in einem Überlandbus mitten in Israel, in Tel Aviv. 14 Insassen erlitten Verletzungen.
Mit dem Anschlag in Sufa stieg die Zahl der Toten des Aufstandes für die Unabhängigkeit der israelisch besetzten Gebiete Westjordanland und Gaza-Streifen auf mindestens 345, darunter 54 Israelis. Zu dem tödlichen Hinterhalt an der Grenze bekannte sich die Organisation Dschihad, wie der Fernsehsender der mit Dschihad verbündeten libanesischen Hisbollah meldete. Die erst nach Beginn des Aufstandes Ende September in Erscheinung getretene Gruppe Saladin-Brigaden übernahm in einem Anruf bei der Nachrichtenagentur Reuters die Verantwortung für den Anschlag in Tel Aviv.

Ministerpräsident Ehud Barak verurteilte die Tat, bekräftigte aber seinen Friedenswillen. Palästinenser-Präsident Jassir Arafat sucht den Rückhalt der Araber für eine Einigung mit Israel. Er kündigte für Montag Beratungen der Arabischen Liga an, nachdem er mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak die neuen Vorschläge von US-Präsident Bill Clinton erörtert hatte.

Clintons´ Kompromissvorschlag soll Friedensprozess in Gang bringen

Nach ägyptischen Angaben sprach Mubarak mit Arafat im Badeort Scharm-el-Scheich darüber, dass ihn Clinton zweimal angerufen habe, um die neuen Kompromissvorschläge zu erläutern. Die US-Vorschläge sollen die Verhandlungen über einen Palästinenser-Staat wieder in Gang bringen. Sie laufen Medienberichten zufolge darauf hinaus, dass sich Israel und die Palästinenser Jerusalem als Hauptstadt teilen. Im Gegenzug müssten die Palästinenser darauf verzichten, dass alle Flüchtlinge nach Israel zurückkehren, von wo sie seit 1948 vertrieben worden sind.

Mit den amerikanischen Kompromissvorstellungen über einen Friedensvertrag zwischen Israel und den Palästinensern soll sich Anfang kommender Woche ein Ausschuss der Arabischen Liga befassen. Arafat kündigte am Donnerstag in Gaza-Stadt nach der Unterredung mit Mubarak an, er habe eingehend über die Vorschläge gesprochen. Wegen der Vorbehalte Arafats hatte Barak eine Reise nach Scharm-el-Scheich abgesagt, wo die USA ein Gipfeltreffen geplant hatten.

Israelis und Palästinenser sollen sich die Hauptstadt teilen

Die US-Vorschläge sind die Zusammenfassung fünftägiger Sondierungen der Palästinenser, Israels und der USA in der vergangenen Woche in Washington. Nach Presseinformationen sollen sich Israel und die Palästinenser das historische Jerusalem mit Tempelberg und Klagemauer künftig als Hauptstadt teilen. Bislang noch beanspruchen beide Seiten die Altstadt ganz für sich. Daran hatte sich vor drei Monaten der Aufstand der Palästinenser im Westjordanland und dem Gaza-Streifen entzündet, die Israel mitsamt Jerusalem seit 1967 besetzt hält und die nach einem Friedensvertrag den unabhängigen Staat Palästina bilden sollen. Clinton, der am 20. Januar aus dem Amt scheidet, möchte seine beiden Amtszeiten mit einem Nahost-Abkommen krönen.

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