Arabische Liga tagt
Druck auf den Irak wächst

Die Arabische Liga hat am Sonntag die UNO-Resolution zur Abrüstung Iraks als gute Chance zur Vermeidung eines Militärschlags bezeichnet und damit den Druck auf Irak erhöht, die Resolution anzunehmen.

Reuters KAIRO/BAGDAD. Die Resolution "eröffnet die Chance einer friedlichen Lösung", sagte der ägyptische Außenminister Ahmed Maher beim Treffen der Außenminister der Arabischen Liga in Kairo. Zugleich genehmigte US-Präsident George W. Bush Regierungskreisen zufolge einen Plan für einen Angriff auf Irak. Das Land prüfte am Wochenende die Resolution, hat aber nach den Worten von Außenminister Nadschi Sabri noch keine Entscheidung gefällt. Irak hat bis Freitag Zeit, die Resolution anzunehmen.

Maher sagte, Irak habe erneut seine Bereitschaft erklärt, sich mit der Rückkehr der UNO-Waffeninspektoren zu befassen. Die Kontrollen waren wegen des Widerstands Iraks vor vier Jahren unterbrochen worden. Der syrische Außenminister Faruk El Schara sagte, die Resolution habe einen sofortigen Krieg abgewendet. Syrien ist das einzige arabische Land im UNO-Sicherheitsrat und hatte der Resolution zugestimmt.

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, wurde von der Nachrichtenagentur MENA mit den Worten zitiert, die Staaten der Liga hätten bei einem früheren Gipfel darin übereingestimmt, dass ein Angriff auf ein arabisches Land als Aggression gegen alle arabischen Staaten gewertet würde. Am Sonntag sagte Mussa, die neue Resolution stelle eine Verbesserung zu vorherigen Entwürfen dar, weil auf die Klausel einer automatischen Gewaltanwendung gegen Irak verzichtet werde. Der irakische Präsident Saddam Hussein nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens eine Sitzung des Parlaments einberufen, um über die Resolution zu beraten. Ein Termin wurde jedoch nicht genannt.

Die am Freitag verabschiedete Resolution der Vereinten Nationen (UNO) fordert einen ungehinderten Zugang der Inspektoren zu Lagern und Produktionsstätten biologischer, chemischer und atomarer Massenvernichtungswaffen und droht bei einem Verstoß gegen die Auflagen der Entschließung mit ernsten Konsequenzen. USA und Großbritannien haben für diesen Fall einen Militärschlag gegen das Land angekündigt.

Falls eine Invasion Iraks nötig werde, sei ein Angriff vor Anfang des neuen Jahres unwahrscheinlich, verlautete aus US-Regierungskreisen. Die US-Strategie für einen Angriff sieht US-Kreisen zufolge vor, zunächst Teile des Landes zu besetzen. Von dort sollen dann 200.000 Soldaten in weitere Landesteile vorstoßen. In den Kreisen wurde ein Bericht der "New York Times" vom Sonntag bestätigt: Demnach wird die US-Armee den Angriff mit einer kleineren Anzahl von Soldaten einleiten, während gleichzeitig Bomber der Typen B-1 und B-2 Luftangriffe gegen die Paläste Saddams, die irakische Luftabwehr und Armeebasen fliegen.

Der Chef der UNO-Waffeninspektoren, Hans Blix, will zyprischen Regierungskreisen zufolge in der kommenden Woche nach Zypern kommen. Das Land gilt im Nahen und Mittleren Osten als neutral. Die Inspektoren richteten sich auf der Mittelmeerinsel eine Basis ein, hieß es. Ein Dutzend Inspektoren soll in den Tagen um den 25. November herum als Vorausteam in die irakische Hauptstadt Bagdad reisen. Bis zum 23. Dezember sollen zwischen 80 und 100 Inspektoren ihre Arbeit in dem Land aufnehmen. Ihr Bericht soll spätestens im Februar dem UNO-Sicherheitsrat vorliegen.

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