Arabische Staaten drängen Saddam Hussein zum Einlenken
Saudi-Arabien schwenkt auf USA-freundlichen Kurs ein

Die USA sind bei ihren Bemühungen um internationale Unterstützung für einen Angriff auf den Irak in der arabischen Welt einen entscheidenden Schritt weiter gekommen. Saudi-Arabien kündigte vor der Uno-Vollversammlung in New York an, es werde US-Truppen die Nutzung seines Territoriums erlauben, falls die Vereinten Nationen einen Krieg gegen Bagdad billigten.

BEIRUT. Der saudi-arabische Außenminister Prinz Saud El Faisal sagte in New York, sollte es eine Resolution zu Gunsten eines Angriffs geben, dann müssten gemäß der Uno-Satzung alle Mitgliedstaaten zu deren Einhaltung beitragen - auch Saudi-Arabien. Im vergangenen Monat hatte er noch erklärt, die US-Truppen könnten auf keinen Fall Einrichtungen in Saudi-Arabien für einen Angriff gegen den Irak nutzen.

Der Prinz betonte allerdings, es wäre seinem Land ebenso wie der restlichen Welt lieber, wenn der Konflikt "ohne einen einzigen Schuss" beigelegt werden könne. Er forderte Bagdad abermals auf, die Uno-Waffeninspektoren wieder einreisen zu lassen. Eine Weigerung könnte dem irakischen Volk schaden und seine Lage weiter verschärfen. Besonders positiv wertete Prinz Faisal den Verzicht von US-Präsident George W. Bush, vor der Uno erneut die Absicht zum Sturz des Regimes von Saddam Hussein zu bekräftigen.

Zahlreiche arabische Führer bezeichneten die Rede Bushs vor der Uno als "neue Chance", nur Syrien warf der Weltgemeinschaft Doppelzüngigkeit vor, da sie bei Israel nicht gleichermaßen auf eine Einhaltung von Uno-Resolutionen dringe. Der syrische Außenminister Faruk Scharaa wandte sich gegen eine Militäraktion gegen Irak.

In Iran fanden selbst radikale Amerika-Kritiker wie Ex-Präsident Ali Akbar Rafsandschani positive Akzente der Bush-Rede. Die USA seien einen Schritt vom Abgrund zurückgetreten. "Wir hoffen, dass nun in keinem Fall irgendwelche Militäraktionen gegen den Irak vorgenommen werden."

Erstmals ließ Ägypten am Wochenende eine mögliche Änderung seiner harten Ablehnung einer Militäraktion gegen den Irak erkennen. Während Präsident Hosni Mubarak Saddam drängt, die ihm von Bush gebotene Chance zu nutzen, erklärte Außenminister Ahmed Maher, wenn die Uno eine Resolution zum Angriff gegen den Irak beschließe, "wird Ägypten die internationale Legalität unterstützen". Mubarak will in den nächsten Tagen bei einer Reise durch die Region die Araber dafür gewinnen, gemeinsam den Irak zum Einlenken zu bewegen.

Der Mini-Staat Katar am Persischen Golf betreibt dagegen eine intensive Schaukelpolitik. Während sich das Regime schon seit Monaten mehr als die anderen Golfstaaten zur Kooperation mit den Amerikanern in deren Anti-Terror-Krieg bereit zeigte und Washington deshalb den Stützpunkt Al Udeid zu einer hochmodernen Kommando- und Kommunikationszentrale ausgebaut hat, weist die Führung des Landes jede Spekulation zurück, man werde den USA gestatten, Al Udeid für einen Irak-Krieg zu nutzen. "Natürlich möchten wir eine Lösung der Krise ohne militärische Aktion, aber wir sind immer bereit, Wünsche unserer Freunde (USA) zu berücksichtigen", betont Außenminister Hamad bin Jassem al-Thani und fügt hinzu: "Als kleines Land sind wir für unseren Schutz völlig von den USA abhängig." Doch Washington habe bisher keine Anfrage zur Nutzung des Stützpunktes bei einer Aktion gegen den Irak gestellt.

Quelle: Handelsblatt

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