Arabsiche Welt ist auf Frankfurter Buchmesse zu Gast
Arabische Literatur auf Höhenflug

Die Literatur aus den arabischen Ländern hat in Deutschland bisher ein stiefmütterliches Dasein gefristet. Durch die Frankfurter Buchmesse soll sich das nun ändern.

HB FRANKFURT/MAIN. Die Literatur aus den arabischen Ländern hat in Deutschland bisher ein stiefmütterliches Dasein gefristet. Von den rund 120 000 auf Deutsch vorliegenden Belletristik-Titeln stammen gerade rund 500 aus der arabischen Region. Nur Autoren wie der ägyptische Literaturnobelpreisträger Naguib Mahfus oder der in Frankreich lebende Marokkaner Tahar Ben Jelloun sind einem größeren Publikum in Deutschland bekannt.

Die 56. Frankfurter Buchmesse, auf der die Arabische Welt vom 6. bis 10. Oktober zu Gast ist, hat jetzt der Region mit rund 50 neuen Titeln einen kleinen Boom beschert. Wichtige Neuerscheinungen kommen wieder einmal von zwei kleineren Häusern aus der Schweiz, die sich seit Jahren um arabische Autoren kümmern. Der Züricher Unionsverlag bringt unter anderem neue Werke von Mahfus "Die Reise des Ibn Fattuma" und der ebenfalls im Ausland lebenden Algerierin Assja Djebar, deren Werk "Das verlorene Wort" erneut um das Thema Sprache und Frauen kreist. Lenos in Basel stellt den Ägypter Sabri Mussa vor, der in "Affäre halber Meter" eine witzige "Beziehungskiste" erzählt.

Aber auch große Verlage haben sich an arabische Literatur herangewagt: dtv hat eine spezielle Reihe von Erzählungen bis hin zu arabischen Witzen herausgebracht. Und Klett-Cotta hat sich der viel gelobten Scheherazade von Elias Khoury ("Das Tor zur Sonne") angenommen, in der der Libanese auf 800 Seiten den Palästinakonflikt schildert.

Auch das wohl berühmteste arabische Werk, "Tausendundeine Nacht", liegt in einer Neuausgabe vor. Claudia Ott hat es für den C.H. Beck- Verlag aus der ältesten arabischen Handschrift ins Deutsche übertragen. Werke der beiden bekanntesten arabischen Lyriker sind ebenfalls neu auf dem Markt: Der Syrer Adonis hat im Züricher Amman Verlag Gedichte unter dem Titel "Ein Grab für New York" veröffentlicht. Der Palästinenser Mahmud Darwisch ist im Münchner A1 Verlag mit "wo du warst und wo du bist" vertreten. Beide kommen auch zur Buchmesse.

Deren Organisatoren hoffen, dass der Auftritt zahlreicher arabischer Autoren zu einer "Initialzündung" für die gesamte Region auf dem deutschen Büchermarkt wird. "Bücher über den Islam verkaufen sich leider immer noch besser als arabische Literatur", sagt Peter Ripken, Arabien-Spezialist bei der Buchmesse.

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