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Arafat bittet EU um Hilfe im Nahost-Friedensprozess

Palästinenser- Präsident Jassir Arafat hat bei seinem Besuch in Irland die Europäische Union (EU) und die USA um Hilfe bei der Wiederbelebung des Nahost-Friedensdialogs gebeten

rtr LONDON/WASHINGTON. . Nach Gesprächen mit dem irischen Ministerpräsidenten Bertie Ahern und dessen Außenminister Brian Cowen sagte Arafat in der Nacht zum Dienstag in Dublin: "Wir brauchen die Hilfe Europas, wir brauchen Hilfe der USA... um die Gespräche mit unseren israelischen Kollegen so bald wie möglich wieder aufnehmen zu können." Die USA bekräftigten unterdessen ihre ablehnende Haltung gegenüber der gezielten Tötung radikaler Palästinenser. Zuvor war ein Mitglied der radikalen Hamas-Bewegung bei einem Hubschrauberangriff in Nablus getötet worden.

Arafat hatte nach einem Treffen mit dem britischen Premierminister Tony Blair in London Israel aufgefordert, die Verhandlungen über eine Lösung des Nahostkonflikts sofort wieder aufzunehmen. Blair sagte nach dem Treffen, ein lebensfähiger Palästinenser-Staat sei das Ziel des Nahost-Friedensprozesses. Es werde ein Frieden angestrebt, in dem Israelis und Palästinenser "Seite an Seite leben, jeder in seinem eigenen Staat, sicher und mit der Möglichkeit, sich zu entwickeln." Blair hatte zuvor erklärt, es sei dringend nötig, den Nahost-Friedensprozess wiederzubeleben, um den moslemischen Extremisten Osama bin Laden daran zu hindern, politisches Kapital aus dem Konflikt zu schlagen. Bin Laden wird von den USA für die Anschläge am 11. September in New York und Washington verantwortlich gemacht. Großbritannien unterstützt die USA bei ihren Luftangriffen auf Afghanistan teilweise auch militärisch. Bin Laden soll sich in Afghanistan aufhalten.

Die gezielte Tötung des Hamas-Mitglieds am Montag hatte für neue Spannungen im Verhältnis mit den Palästinensern gesorgt. Bereits am Vortag war ein Hamas-Mitglied getötet worden, dem die Beteiligung an einem Selbstmordanschlag im Juni in Tel Aviv mit mehr als 20 Toten vorgeworfen wurde.

Ein Zeichen der Entspannung hatte Israel gesetzt, indem es am Montagmorgen Truppen und Panzer aus zwei Anfang des Monats besetzten arabischen Teilen Hebrons abzog. Der offenbar auf Druck der USA erfolgte Schritt gilt als Versuch, die brüchige Waffenruhe in Nahost zu festigen. Die Stadt Hebron im Westjordanland ist Juden wie Moslems heilig und einer der Brennpunkte der Gewalt seit Beginn des Palästinenser-Aufstandes im September vergangenen Jahres.

"Wir sind gegen die Politik des gezielten Tötens", sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Philip Reeker, am Montag in Washington. Die Haltung der US-Regierung habe sich nicht geändert. In den USA trat 1977 ein Dekret in Kraft, dass politische Morde durch Geheimdienste verbietet. Vor dem Hintergrund der Anschläge am 11. September wird dieses Dekret US-Regierungskreisen zufolge überdacht. Ein weiterer Sprecher des US-Außenministeriums, Richard Boucher, räumte ein, dass es gewisse Parallelen zwischen dem gezielten Töten radikaler Palästinenser und der Jagd auf Bin Laden gebe. Dies bedeute jedoch nicht, dass in beiden Fällen dieselbe Antwort erforderlich sei, fügte Boucher hinzu.

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