Arafat für Gespräche
Islamische Staaten beraten über Boykott gegen Israel

dpa DOHA/KAIRO. Palästinenser-Präsident Jassir Arafat hat weiteren Widerstand der Palästinenser gegen Israel angekündigt, aber zugleich den Weg für Gespräche offen gelassen. "Solange Israel Macht und Gewalt gegen uns einsetzt, muss der Volksaufstand weitergehen", sagte Arafat zum Auftakt eines dreitägigen Gipfeltreffens der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) am Sonntag im Golfstaat Katar. Der Volksaufstand werde für die Freiheit und Unabhängigkeit von der israelischen Besatzung geführt.

Arafat sagte weiter, die Palästinenser begrüßten Gespräche mit Israel. Diese müssten aber auf gutem Willen basieren und die Absicht verfolgen, breit angelegte Lösungen zu finden.

Der iranische Präsident Mohammed Chatami hatte zuvor die Führer der 56 Staaten mit moslemischer Bevölkerung aufgerufen, den Kampf der Palästinenser zu unterstützen und deren Rechte zu verteidigen. Er verlangte die Bildung eines unabhängigen Palästinenserstaates mit der Hauptstadt Jerusalem sowie das Recht der Palästinenser auf Rückkehr in ihre Heimat.

Angesichts der anhaltenden Militäraktionen Israels gegen die Palästinenser beraten die führenden Politiker von mehr als einer Milliarde Moslems weltweit über Maßnahmen gegen den Judenstaat. In einem Resolutionsentwurf wird ein Stopp jeder Normalisierung gefordert, solange Israel die UN-Resolutionen zu Palästina und Jerusalem nicht erfüllt. Außerdem heißt es, eine Lösung des Nahost- Konflikts sei ohne den Rückzug Israels aus besetzten arabischen Gebieten nicht möglich.

Ägypten, Jordanien und die Türkei lehnen völligen Boykott ab

Ägypten, Jordanien und die Türkei hatten vor dem Treffen einen völligen Boykott und den Abbruch diplomatischer Beziehungen zu Israel abgelehnt. Ägypten und Jordanien haben mit Israel einen Friedensvertrag geschlossen. Die Türkei und Israel verbindet ein Vertrag über militärische Zusammenarbeit. Der ägyptische Staatschef Husni Mubarak ist ohne Angabe von Gründen nicht zu dem Treffen nach Doha gereist.

Auf der Tagesordnung der alle drei Jahre stattfindenden Konferenz stehen auch die Konflikte in Afghanistan, Tschetschenien, Somalia und im Kosovo.

Vertreter mehrerer islamischer Länder forderten ein Ende der seit zehn Jahren dauernden UN-Sanktionen gegen den Irak. Das "schwere Leiden" der irakischen Bevölkerung müsse beendet werden, sagte Katars Emir Scheich Hamad Bin Chalifa Al Thani.

Während des dreitägigen Gipfels besteht in der katarischen Hauptstadt Doha die höchste Sicherheitsstufe. Geschäftsflüge wurden gestrichen oder über Stunden verzögert. Die Zufahrt zum Konferenzort wurde blockiert. Aus mindestens drei Hotels mussten Gäste aus Sicherheitsgründen ausziehen.

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