Arafat wird per Satellit zugeschaltet
Terrorwarnung vor Gipfel der Arabischen Liga

Der jordanische König Abdullah II. und Ägyptens Präsident Husni Mubarak haben nach Medienberichten wegen einer Terrorwarnung ihre Teilnahme am Gipfel der Arabischen Liga in Beirut abgesagt.

afp/dpa BEIRUT. Mit gedämpften Erwartungen und ohne Palästinenserführer Jassir Arafat hat am Mittwoch das Gipfeltreffen der Arabischen Liga in Beirut begonnen. Die Nachrichtendienste Jordaniens und Ägyptens hätten vor einem möglichen Großanschlag der schiitischen Hisbollah-Miliz gewarnt, berichtete der israelische Rundfunk am Mittwoch. Ein Vertreter der Arabischen Liga bestätigte in Beirut Geheimdienstwarnungen vor Sicherheitsrisiken in Beirut, die Abdullah II. und Mubarak zur Absage bewegt hätten. Der jordanische Außenminister Marwan Moascher sagte, die Absage von Abdullah II. sei weder politisch noch habe sie mit dem Gipfel selbst zu tun.

Der jordanische Monarch werde durch Ministerpräsident Ali Abu Ragheb vertreten, sagte ein libanesischer Regierungsvertreter in Beirut. Gründe für die Abwesenheit Abdullahs nannte er nicht. Ein jordanischer Regierungsvertreter bestätigte die Absage.

Am Dienstag hatte bereits Mubarak angeblich "aus internen Gründen" seine Gipfelteilnahme abgesagt. Regierungschef Atef Ebeid soll ihn vertreten. Palästinenserpräsident Jassir Arafat strich seine Teilnahme an dem Gipfel, weil Israel ihm noch keine Reisegenehmigung erteilt hatte. Die am Mittwoch beginnenden zweitägige Konferenz hat vor allem die saudi-arabische Nahost-Initiative zum Thema."Das Gipfeltreffen steht von Anfang an unter keinem guten Stern", hieß es aus Delegationskreisen in Beirut.

Absagen und Maximalforderungen belasten

Insgesamt sind nur zehn der 22 Mitgliedstaaten durch ihre Staatsoberhäupter in Beirut vertreten. Trotzdem wird erwartet, dass sich die Araber bei ihrer zweitägigen Konferenz auf ein Friedensangebot an Israel einigen werden.

Dieses beruht auf einem Vorschlag des saudischen Kronprinzen Abdullah Ibn Abdelasis. Die ursprüngliche Version des Vorschlags von Saudi-Arabien für eine "Normalisierung" der Beziehungen der arabischen Staaten zu Israel als Gegenleistung für einen israelischen Rückzug aus den seit dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 besetzten Gebieten ist allerdings in den vergangenen Tagen verändert worden.

Arafat wollte noch im Laufe des Mittwochs per Satelliten-Schaltung aus Ramallah eine Botschaft an die Gipfelteilnehmer verlesen.

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