Arafat macht Angebot für Ende der Belagerung seines Amtssitzes
Armee stoppt Zerstörung von Arafats Hauptquartier

In einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNN versicherte Außenminister Schimon Peres zudem, dass die Israelis weder das Leben Arafats gefährden noch auf seine Ausweisung drängen werden.

dpa /HB RAMALLAH/JERUSALEM/WASHINGTON. Wie die israelische Tageszeitung "Haaretz" am Sonntagabend in ihrer Onlineausgabe berichtete, soll Arafat sich bereit erklärt haben, energisch gegen palästinensische Extremisten vorzugehen, wenn die Belagerung seines Hauptquartiers beendet werde.

Nach Informationen des Blattes soll Arafat außerdem angeboten haben, etwa 50 Palästinenser, die von Israel wegen terroristischer Gewalttaten gesucht werden, ins ausländische Exil oder in den Gazastreifen ausreisen zu lassen. Die von Israel geforderte Auslieferung der Männer lehne er aber weiter ab. Anfang Mai hatte Israel die mehrere Wochen dauernde Belagerung der Geburtskirche in Bethlehem beendet, nachdem Arafat der Ausweisung der dort verschanzten palästinensischen Extremisten in Drittländer zugestimmt hatte.

Die israelische Armee hatte in der Nacht zum Freitag nach zwei palästinensischen Selbstmordanschlägen mit der systematischen Zerstörung des Hauptquartiers in Ramallah begonnen. Führende Politiker der rechtsgerichteten Regierung von Ariel Scharon machten am Sonntag deutlich, dass man Arafat damit derart unter Druck setzen wolle, dass er von sich aus ins Exil geht. Dann jedoch intervenierte der US-Botschafter in Tel Aviv, Dan Kurzer, bei der Regierung Scharon. Eine Sprecherin des Weißen Hauses erklärte am Abend, die Zerstörung des Arafat-Amtssitzes sei nicht hilfreich bei der Verringerung der Gewalt oder für das Streben nach palästinensischen Reformen.

Am Sonntagabend zog die israelische Armee die Bulldozer vom Hauptquartier Arafats ab, das Pioniere zuvor noch Stück für Stück eingerissen hatten. Arafat hält sich in den wenigen noch intakten Räumen seines Amtssitzes mit rund 200 Beratern und Sicherheitskräften verschanzt. Außenminister Peres versicherte in dem CNN-Interview zudem, dass man die angerichteten Schäden an dem Gebäudekomplex reparieren werde.

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