Arbed und Aceralia verlangen Nachverhandlungen mit Usinor
Fusion zum größten Stahlkonzern der Welt steht auf der Kippe

Die Fusion dreier europäischer Unternehmen zum größten Stahlkonzern der Welt steht auf Messers Schneide. Am Wochenende haben die drei Partner, Frankreichs Usinor S.A., Luxemburgs Arbed S.A. und Spaniens Aceralia S.A., begonnen, die Bewertungen zu überprüfen, mit denen die Firmen in das provisorisch "Newco" genannte Unternehmen eingebracht werden sollen. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen wollen Aceralia und Arbed für sich einen größeren Anteil von zusammen 50 % an der fusionierten Newco aushandeln. Bislang entfallen auf sie 43,5 %.

PARIS/MADRID. Lassen sich die unterschiedlichen Vorstellungen der Gesellschaften nicht zusammen bringen, droht ein Scheitern des Fusionsvorhabens, noch bevor am Mittwoch dieser Woche die EU-Wettbewerbskommission ihr Urteil über das Projekt sprechen wird.

Am Freitag hatten Aceralia und Arbed bekannt gegeben, dass sie die Fusionsbedingungen mit Usinor neu aushandeln wollten. Die Franzosen, die mit zuletzt 3,2 Mrd. Euro Börsenbewertung knapp 57 % an der Newco halten sollen, haben die Verhandlungen akzeptiert.

Ein Aceralia-Sprecher erklärte, die Konditionen des geplanten Aktientauschs würden als Folge der Krise am internationalen Stahlmarkt überprüft. Das Ergebnis der Verhandlungen werde den Aufsichtsräten am Mittwoch zur Abstimmung vorgelegt.

Bei Usinor glaubt man dieser Begründung nicht. "Wir rätseln über die Motive der Partner", sagte ein Usinor-Manager. "Wir sehen keinen Grund, etwas neu auszutarieren." Offiziell beruft man sich bei dem französischen Unternehmen auf eine Absichtserklärung vom Februar, in der sich die drei Unternehmen verbindlich auf die Fusionskonditionen geeinigt haben. Doch war bei dem Stahlkonzern zu erfahren, dass es offenbar am Anfang der Verhandlungen Unstimmigkeiten in Bewertungsfragen gegeben habe. Diese seien dann aber im Laufe der monatelangen Vorbereitungen ausgeräumt worden.

Die Usinor-Aktie verlor am Freitag um gut 5 % und fiel auf etwa 13 Euro. Sie hat seit der Fusionsvereinbarung um rund 15 % an Wert eingebüßt. Der Aceralia-Kurs dagegen hat seit der Fusionsvereinbarung um 65 % zugelegt.

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