Arbeiten in den USA
Go West

Wohin wollen Studenten am liebsten, wenn sie ein Auslandssemester machen? USA. Wohin wollen Auswanderer am liebsten, wenn sie Deutschland den Rücken kehren? USA. Wohin wollen Berufstätige am liebsten, wenn ihr Unternehmen sie ins Ausland schickt? USA. Die Vereinigten Staaten sind noch immer das Land vieler Träume.

Zwei Jahre lang bekam Udo Hoss immer wieder Anrufe. "Könnten Sie sich nicht vorstellen, bei uns in Los Angeles zu arbeiten?" Der 35-jährige Physiker und Humanbiologe zögerte: "Alles aufgeben? Auswandern? Freunde und Familie verlassen? 9 500 km weit weg?" Die Lust darauf war fast genauso groß wie der Bammel vor den Schwierigkeiten: "Krieg ich überhaupt ein Arbeitsvisum? Und wie werde ich mit den Amis klarkommen?"

Ende 1999 siegte dann die Abenteuerlust. Er kündigte zum 31. Dezember 2000 seine Stelle und sollte schon zwei Wochen später an der Westküste anfangen. Um das Arbeitsvisum wollte sich das Medizintechnik-Unternehmen MiniMed kümmern, bei dem er heute arbeitet. Zu den Kollegen dort hatte er als Experte für Diabetiker-Produkte schon während seiner Doktorarbeit an der Universität Ulm Kontakt bekommen. Hoss vertraute darauf, dass alles reibungslos laufen würde. Doch Pustekuchen. Der Abflugtermin rückte näher, und kein Arbeitsvisum war in Sicht. "Letztlich habe ich noch drei Monate in Deutschland rumgesessen und auf grünes Licht gewartet", erzählt Hoss. Wodurch die Verzögerung zustande kam, weiß er bis heute nicht. "Der Umzug hat mich einige graue Haare gekostet, aber im Rückblick kann ich drüber lachen, denn es hat sich gelohnt."

Visum - ein abartiger Aufwand

Auch Jutta Haupt kann ein Lied von Visa-Problemen singen. "Ein abartiger Aufwand", kommentiert sie frustriert. Die Babelsberger Filmstudentin kam 1995 über ein Praktikantenvisum für die Dreharbeiten von "Godzilla" nach Los Angeles. Spontan entschied sie sich zu bleiben. Doch die amerikanischen Behörden waren anderer Meinung: Ein Antrag auf ein Arbeitsvisum wurde nach monatelanger Bearbeitung abgelehnt. Der potenzielle Arbeitgeber hatte nicht überzeugend genug darlegen können, dass die Deutsche für den Job besser qualifiziert war als amerikanische Mitbewerber. "Da hat mich mein Anwalt wohl schlecht beraten", glaubt Haupt.

So schnell ließ sich die 30-Jährige jedoch nicht ins Bockshorn jagen. Sie wollte sich selbstständig machen. Das nötige Investorenvisum wurde ihr nach einigem Hin und Her zuerkannt, muss aber nach fünf Jahren verlängert werden. "Dann muss ich beweisen, dass mein Unternehmen auch läuft", sagt sie. Die ersten zwei Jahre ihrer Filmproduktionsfirma "Fat Cat Production" waren zumindest so zufriedenstellend, dass sie hofft, sich langfristig etablieren zu können.

Lehrer und IT-Profis hoch im Kurs

Wie Udo Hoss und Jutta Haupt geht es vielen. Nach der Euphorie über die Chancen in Amerika und die große Freiheit dort kommt oft erst mal der dicke Dämpfer: Auch Amerika ist ein bürokratisches Land, und für Auswanderungswillige führt kein Weg daran vorbei, sich zunächst mit Visabestimmungen und dem Arbeitsmarkt auseinander zu setzen. Beides gehört nämlich zusammen: Ohne Arbeitsvisum kein Job und ohne Job kein Arbeitsvisum. Ausgenommen von dieser Ochsentour sind lediglich Praktikanten, die leichter an ein Visum kommen und Expatriates, die von ihren deutschen Arbeitgebern entsandt und in Sachen Bürokratie entlastet werden.



Faszination USA


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