Arbeiten in der Modebranche
Leute machen Kleider

Für die meisten Berufe rund um Mode ist weniger Kreativität als handwerkliches Können und Verhandlungsgeschick nötig. In der Branche sind vor allem Manager gefragt, die sich gerne auf internationalem Parkett tummeln und ein Gespür für Trends besitzen.

Arbeiten in der Modebranche - da kriegen Teenies leuchtende Augen, und fast jeder denkt an exklusive Stardesigner und schöne Models auf dem Laufsteg. Doch der Glamour der Haute Couture mit ihren extravaganten Kreationen hat wenig mit dem Alltag in der Modebranche zu tun. Hinter den Kulissen wird handfest gearbeitet.

Hosen, Hemden, Kleider und Jacken müssen geschnitten, genäht, beworben und verkauft werden. Und die Branche lebt vor allem von dem, was die breite Masse kaufen will. Das wird meist in kleinen und mittelständischen Unternehmen produziert. Es zeichnen sich jedoch zwei Trends ab: Die kleinen Unternehmen werden von großen Modeketten wie H&M oder Zara verdrängt, die Mode zu niedrigen Preisen verkaufen. Zudem verlagern viele deutsche Hersteller die Produktion ins Ausland, vor allem nach Osteuropa oder Asien. Dort sind die Löhne niedriger.

Noch sind in Deutschland etwa 70 000 Menschen mit dem Entwerfen, Herstellen und Verkaufen von Mode beschäftigt, etwa die Hälfte weniger als vor zehn Jahren. Dabei ist Deutschland der viert größte Textilexporteur der Welt - nach China, Hongkong und Italien. Entwürfe, Einkauf und Vertrieb - mehr lassen die meisten Modekonzerne in Deutschland nicht mehr regeln. Gewebt, geschnitten und genäht wird da, wo es billiger ist. Nach Branchenschätzungen hat die deutsche Bekleidungsindustrie im Ausland insgesamt etwa 250 000 Jobs geschaffen.

An Italien kommt keiner vorbei

Gesucht sind vor allem Betriebs- und Volkswirte mit einem Händchen für Marketing und Vertrieb - und Sehnsucht nach fernen Landen. "In unserer Branche können Berufsanfänger sofort internationale Erfahrungen sammeln", sagt Friedhelm Sartoris, Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband Bekleidungsindustrie. Denn Modekonzerne sind in der Regel international tätig und verschicken ihre Manager auch gerne jenseits der Grenzen. Flexible Uniabsolventen mit Auslandserfahrung sind daher gern gesehen. Noch besser: Italienische Sprachkenntnisse. Denn am Modeland Italien kommt keiner vorbei, der Mode ein- oder verkauft.

Ob Marketing-, Vertriebs- oder Produktionsleiter: Die Manager müssen sich nicht nur mit Preisverhandlungen, Zollbestimmungen oder Anzeigenschaltung auskennen. "Vor allem müssen Einsteiger Fingerspitzengefühl für das leichtlebige Produkt Mode haben", sagt Sartoris.

Keine Traumgehälter

Gleichwohl: Es gibt auch kreative Mode-Jobs in Deutschland. Für die meisten ist kein Studium, wohl aber eine solide Ausbildung erforderlich. Vom Dessousschneider über den Hutmacher, vom Kostümbildner bis zum Ornamentensticker - die Modebranche hat Dutzende spezialisierter Handwerksberufe hervorgebracht.

Wer sich zum Modedesigner ausbilden lassen möchte, ist mit einem der etwa 50 deutschen Modedesign-Studiengänge gut bedient, die staatliche und private Hochschulen anbieten. Die meisten Modedesigner landen fest angestellt in einer größeren Bekleidungsfirma - und nicht als Herr im eigenen Laden .

Einen Haken haben die verlockend internationalen Jobs der Modebranche aber doch: Die Bezahlung liegt unter dem Durchschnitt anderer Branchen. "Traumgehälter zahlen wir nicht", gibt Friedhelm Sartoris zu.

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