Arbeitgeber bieten insgesamt 5,4 Prozent für zwei Jahre
Verdi weitet Warnstreiks in Druckereien aus

Zum Auftakt der vierten und möglicherweise entscheidenden Runde in den Tarifverhandlungen für die 220 000 Beschäftigten der Druckindustrie hat die Gewerkschaft Verdi ihre Warnstreiks ausgeweitet.

dc DÜSSELDORF. Laut Verdi waren bundesweit etwa 100 Druckereien betroffen. Viele Zeitungen würden daher nur in verringertem Umfang oder gar nicht erscheinen.

Die Arbeitgeber hatten in der dritten Verhandlungsrunde am vergangenen Freitag Lohnerhöhungen in zwei Stufen von 2,5 und 2,8 % für einen Zeitraum von zwei Jahren angeboten - in der Summe 5,37 %. Die Gewerkschaft hat das Angebot als "völlig unzureichend" zurückgewiesen. Ihre Ausgangsforderung liegt wie die der IG Metall in der Metall- und Elektroindustrie bei 6,5 % für zwölf Monate. Verdi verlangte vor Beginn der neuen Gespräche ein "verhandlungsfähiges Angebot".

Ungeachtet der noch starken Gegensätze strebten die Arbeitgeber gestern an, bis zum heutigen Mittwoch einen "vernünftigen Tarifabschluss" zu erzielen. Die Verhandlungen würden sich aber weiter auf das vorliegende Angebot stützen, sagte Peter Klemm, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Druck und Medien (BVDM) vor Verhandlungsbeginn am Nachmittag. "Wir machen Angebote nicht scheibchenweise."

Ein Indiz dafür, dass beide Tarifparteien einen Abschluss für möglich hielten, liefert die Tatsache, dass die Gespräche von vornherein auf zwei Tage angesetzt waren. Einen "Druck" auf die Verhandlungen durch die Warnstreiks wollte Arbeitgeber-Vertreter Klemm allerdings nicht konstatieren.

Bereits am Montag war es zu Aktionen in einzelnen Betrieben gekommen, unter anderem in Druckereien in Bayern und Schleswig-Holstein sowie bei der "Leipziger Volkszeitung". Gestern wurden die Warnstreiks mit Beginn der Frühschicht ausgeweitet. Sie sollten im Tagesverlauf verstärkt werden, kündigte Gerhard Kirchgäßner, Mitglied der Verdi-Verhandlungskommission, an. Schwerpunkte waren erneut Bayern und Schleswig-Holstein. Zudem waren in Hessen 2 000 Beschäftigte in 13 Betrieben, vor allem Zeitungsdruckereien und-verlagen, zu Streiks aufgerufen.

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