Arbeitgeber drohen mit Aussperrung
Gewerkschaft legt Baustellen lahm

Die IG Bau hat zum ersten Streik seit Kriegsende aufgerufen. Vor allem in Berlin legten Bauarbeiter die Arbeit nieder.

dpa BERLIN. Auf den deutschen Baustellen hat am Montag der erste bundesweite Streik seit dem Kriegende begonnen. Zum Auftakt traten nach Gewerkschaftsangaben mehrere tausend Bauarbeiter unter anderem in Berlin, Hamburg, Bremen und Dortmund in den Ausstand. Allein in der Hauptstadt legten rund 1 000 Beschäftigte die Arbeit nieder. Betroffen sind vor allem Baustellen im Zentrum von Berlin. Die Industrie-Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) will ihre Aktionen nach und nach auf das gesamte Bundesgebiet ausdehnen. Die Arbeitgeber drohen im Gegenzug mit Aussperrungen. Möglicherweise gibt es aber noch im Laufe der Woche wieder neue Verhandlungen. Die Arbeitgeber bezeichneten den Streik angesichts der seit Jahren andauernden Krise der Branche als "unverantwortlich". Zugleich boten sie der IG BAU neue Verhandlungen an.

In dem seit Februar dauernden Tarifkonflikt waren alle Schlichtungsversuche gescheitert. Die Gewerkschaft fordert für die 850 000 Beschäftigten Einkommenserhöhungen von 4,5 %. Die Arbeitgeber bieten eine stufenweise Erhöhung von 3,0 und 2,1 %. Streit gibt es insbesondere über die Anhebung der Mindestlöhne in den neuen Ländern.

Hintergrund des Arbeitskampfes ist die seit Jahren anhaltende Krise am Bau. Nach Gewerkschaftsangaben gingen seit 1995 rund eine halbe Million Arbeitsplätze verloren. Viele Unternehmen kämpfen ums Überleben. Zugleich boomt die Schwarzarbeit.

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