Arbeitgeber-Präsident Hundt warnt vor Streiks
Schröder fordert moderate Tarifpolitik

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat in der laufenden Tarifrunde seinen Appell an Arbeitgeber und Gewerkschaften bekräftigt, den moderaten Kurs in der Tarifpolitik nicht zu verlassen.

Reuters MÜNCHEN. Im Anschluss an ein Treffen mit Spitzenvertretern der Wirtschaft äußerte Schröder am Dienstag in München die Hoffnung, dass die Aufschwungtendenzen der Konjunktur in Deutschland durch ein "gesamtwirtschaftlich erträgliches Tarifergebnis" unterstützt würden. Ein Abschluss müsse sowohl das Interesse der Arbeitnehmer an einer Teilhabe an den wirtschaftlichen Erfolgen als auch die Kostensituation der Unternehmen berücksichtigen.

Der Kanzler sagte, er hoffe, dass ein Arbeitskampf vermieden werden könne. Die Verbände hoben erneut die Höhe des Produktivitätsfortschritts als Maßstab für Lohnerhöhungen hervor und bezeichneten Streikdrohungen der IG Metall als unverantwortlich für die Entwicklung der Unternehmen.

In einer gemeinsamen Erklärung forderten der Arbeitgeberverband BDA, der Industrieverband BDI, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sowie das deutsche Handwerk die Gewerkschaften auf, nicht weiter "unerfüllbare" Erwartungen zu wecken. Die gegenwärtige Konjunkturlage enge die Verteilungsspielräume ein. Die Tarifpolitik dürfe die ertragsschwächeren Unternehmen nicht überfordern. Die Bundesregierung forderten die Spitzenverbände auf, die Reduzierung der Lohnnebenkosten nicht aus den Augen zu verlieren.

Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt warnte in der "Bild"-Zeitung, Streiks seien das Letzte, was die Wirtschaft derzeit gebrauchen könne. Wer in Abschwungzeiten unrealistisch hohe Löhne fordere, gieße Öl ins Feuer der Rezession.

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