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Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt rügt Arbeitsniederlegungen

Der wilde Streik der Bochumer Opel-Beschäftigten gegen den geplanten drastischen Stellenabbau ist von den großen Wirtschaftsverbänden als Gefahr für den Standort Deutschland heftig kritisiert worden.

dpa-afx BERLIN/BOCHUM. Der wilde Streik der Bochumer Opel-Beschäftigten gegen den geplanten drastischen Stellenabbau ist von den großen Wirtschaftsverbänden als Gefahr für den Standort Deutschland heftig kritisiert worden. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte der "Berliner Zeitung" (Dienstagausgabe): "Wilde Streiks sind unzulässig und rechtswidrig. Sie gefährden den Standort Deutschland, führen zu einer Radikalisierung und schaden dem Betriebsfrieden." Dihk-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben sagte: "Arbeitsniederlegungen verschärfen die Lage wirtschaftlich angeschlagener Unternehmen und reduzieren damit die Chance auf Sanierung und Standortsicherung."

"Wer die Produktion - aus welchen Gründen auch immer - lahm legt", sagte Wansleben, "bringt nicht nur die eigene, sondern auch die wirtschaftliche Existenz bislang nur mittelbar Betroffener in Gefahr." Anton Börner, Präsident des Groß- und Außenhandelsverbandes, warf den Beschäftigten vor, mit ihren Aktionen Lösungen zu erschweren: "Unternehmen lassen sich nicht erpressen." In der jetzigen Situation seien konstruktive Vorschläge gefragt. "Wilde Streiks" betonte Börner, "werden immer als Willkür und Kampfansage wahrgenommen. Wer die Spielregeln verletzt, muss sich nicht wundern, wenn er nachher im Abseits steht."

Der Geschäftsführer der amerikanischen Handelskammer in Deutschland, Dierk Müller, mahnte eine schnelle Lösung des Konflikts an. "Wenn die Sache bei Opel eskaliert, dann ist klar, dass es in Deutschland immer noch eine starke Betonfraktion gibt." Nach den Kompromissen bei Karstadt-Quelle , Daimler-Chrysler und Ford Motor wäre dies ein Signal des Rückschlags, das nach außen gesendet würde.

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