Arbeitgeberpräsident spricht sich für "mehr Vielfalt und weniger Einheitsbrei aus"
Hundt will Grundlohn und flexiblere Arbeitszeiten

dpa HAMBURG. Nach Auffassung der deutschen Arbeitgeber soll der Tarifvertrag künftig für alle nur noch den Grundlohn festschreiben. Zu einer Neuausrichtung der Tarifpolitik schrieb der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, in der "Bild am Sonntag", es müsse "mehr Vielfalt und weniger Einheitsbrei" geben. "Beim Einkommen heißt dies: Der Tarifvertrag muss Grundentgelte regeln." Darüber hinaus müsse der Tarifvertrag "einen elastischen Rahmen für betriebliche Vereinbarungen über erfolgs- und leistungsabhängige Zahlungen enthalten".

Der Arbeitgeberpräsident sprach sich außerdem für flexiblere Arbeitszeiten aus. Die Arbeitszeitregelungen sollten nur noch Höchstgrenzen für die Tages-, Wochen- und Jahresarbeitszeit vorgeben, die dann in den Betrieben je nach Beschäftigungssituation konkret ausgefüllt werden könnten.

Hundt wies die Gewerkschaftsforderung zurück, im Rahmen des Bündnisses für Arbeit noch in diesem Jahr ein Viertel der regelmäßigen Überstunden abzubauen und 300 000 neue Teilzeit- Arbeitsplätze zu schaffen. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag) sagte Hundt, Überstundenabbau gelinge nur mit Langzeit- und Lebensarbeitszeitkonten, wie sie im Bündnis vereinbart worden seien. Immer mehr Unternehmen könnten Überstunden schon deshalb nicht vermeiden, weil der Arbeitsmarkt nicht genug Fachkräfte anbiete.

Einer Ausweitung der Teilzeitbeschäftigung stehe die Wirtschaft positiv gegenüber, sagte Hundt. Ihr Anteil sei seit 1991 von 14 auf 20 % gestiegen. Eine Fortsetzung dieses freiwilligen Ausbaus drohe aber durch die "Regulierungs-Keule" des Rechtsanspruchs auf Teilzeit gefährdet zu werden.

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