Arbeitsende am Bug
Arbeiten am Bug der "Kursk" wegen Risikos eingestellt

Russische Taucher haben am Donnerstag schwere Verwüstungen im vorderen Wrackteil des gesunkenen Atom-U-Bootes 'Kursk' festgestellt - die Bergunsgarbeiten wurden eingestellt.

dpa MOSKAU. Wegen überhöhten Risikos für die Taucher sind die Bergungsarbeiten am Bug des verunglückten russischen Atom-U-Boots "Kursk" am Donnerstag eingestellt worden. Stattdessen soll ein Einstieg in die vierte Sektion am hinteren Ende des Kommandoturms versucht werden, um eventuell von dort verunglückte Besatzungsmitglieder zu bergen. Diese Entscheidung traf am Abend Flottenchef Wladimir Kurojedow, wie die Agentur Itar-Tass berichtete. Kurojedow und sein Stab hatten zuvor Videoaufzeichnungen aus dem Inneren der Sektion drei am Bug der "Kursk" studiert.

Nach dem Bohren eines Erkundungslochs in den Rumpf zeigten erste Videoaufnahmen einer Minikamera, dass das Innere durch die Explosionen an Bord stark zerstört worden sei, teilte die russische Nordflotte mit. "Wegen der großen Gefahr für die Taucher" habe Kurojedow beschlossen, die Arbeiten an diesem Teil des Bootes einzustellen. Die Öffnung solle versiegelt werden.

In der dritten Sektion liegt der Steuerraum des Bootes, in dem Hinweise auf die Unglücksursache vermutet wurden. Die "Kursk" war nach zwei Explosionen am 12. August mit 118 Mann Besatzung in der Barentssee gesunken.

In St. Petersburg trug die russische Marine am Donnerstag den Kapitänleutnant Dmitri Kolesnikow als Helden zu Grabe. Der Offizier war als erster der aus dem Heckteil geborgenen Toten identifiziert worden. Er hinterließ schriftliche Notizen, die belegen, dass es nach dem Unglück anfangs noch Überlebende in 100 Meter Meerestiefe gegeben hatte. "Das Schicksal Dmitris ist ein würdiges Beispiel für militärische Pflichterfüllung und Dienst am Vaterland", sagte der Kommandeur der Nordflotte, Admiral Wjatscheslaw Popow.

Aus der achten und neunten Sektion im Heck der "Kursk" waren insgesamt zwölf tote Seeleute geborgen worden, von denen bis zum Donnerstag sieben zweifelsfrei identifiziert wurden. Die Bergungsarbeiten gerieten allmählich unter Zeitdruck, weil der Vertrag zur Nutzung der schwimmenden Spezialplattform "Regalia" nur bis Mitte kommender Woche läuft. Das hatten die internationale Öltechnikfirma Halliburton und das Ingenieurbüro Rubin, das die "Kursk" konstruiert hatte, am Mittwoch mitgeteilt.

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