Arbeitsgebiete werden unter strategischem Dach verselbstständigt
Bayer gründet Holding

Der Bayer-Konzern wird alle Arbeitsgebiete unter dem Dach einer strategischen Holding verselbstständigen. Für das Arbeitsgebiet Chemie wird ein strategischer Partner gesucht.

rtr/vwd/dpa-afx LEVERKUSEN. Nach der bereits im September getroffenen Entscheidung, das derzeitige Arbeitsgebiet Gesundheit und den Geschäftsbereich Pflanzenschutz in rechtlich selbstständige unternehmerische Einheiten unter einem gemeinsamen Bayer-Dach zu führen, sollen zum 1. Januar 2003 auch für die Arbeitsgebiete Chemie und Polymere derartige Gesellschaften gegründet werden, teilte Bayer am Donnerstag im Anschluss an eine Aufsichtsratssitzung in Leverkusen mit.

Die Neuorganisation müsse noch von der Hauptversammlung genehmigt werden. Der Umbau des Konzerns war mehrfach von Investoren und Analysten gefordert worden. Die Börse reagierte auf die Bekanntgabe der Pläne Bayers allerdings kaum.

Die Bayer werde weiterhin seine Vier-Säulen-Strategie verfolgen und werde nur die Organisationsform verändern. "Um es ganz deutlich zu sagen: Bayer wird keine Finanzholding - die einzelnen Bayer-Unternehmen werden auch in Zukunft miteinander strukturell verbunden sein." Der künftige Holding-Vorstand werde die Gesamtstrategie bestimmen. Von der neuen Struktur erwarte man mehr Schlagkraft, Flexibilität und Wettbewerbsvorteile. Die Hauptversammlung müsse dem Umbau noch zustimmen.

Börsengänge für zukünftige Töchter nicht geplant

Ein Börsengang für eine oder mehrere der künftigen Tochtergesellschaften sei auf absehbare Zeit nicht geplant, sagte Schneider weiter. Es sei wahrscheinlich, dass die Töchter für Chemie, Gesundheit, Agrochemie und Polymere die Form von Aktiengesellschaften bekommen. Denkbar sei aber auch die Form der GmbH.

Im Rahmen der Umstrukturierung wolle sich Bayer von nicht mehr zum Kerngeschäft gehörenden Aktiviträten trennen. So soll die 100-prozentige Tochtergesellschaften Haarmann & Reimer, ein Hersteller von Duft- und Geschmacksstoffen mit Hauptsitz im niedersächsischen Holzminden, veräußert werden Gleiches gelte für die Rhein Chemie Rheinau (Mannheim), ein Spezialist für Additive für die Gummi-, Schmierstoff- und Kunststoffindustrie, sowie die Polyurethanchemie. Außerdem will Bayer seine Beteiligung an der PolymerLatex GmbH & Co. KG in Marl, einem Joint Venture mit dem Spezialchemie-Anbieter Degussa , verkaufen.

Suche nach strategischem Partner für den Chemie-Bereich

Im Arbeitsgebiet Chemie strebt der Konzern mittelfristig eine strategische Kooperation an. Man wolle dadurch unter anderem die Präzenz in den USA stärken, hieß es. Durch den geplanten Zusammenschluss der Geschäftsbereiche Chemikalien und Spezialprodukte stelle man sich für eine Partnerschaft auf, die zu einem Joint Venture mit einem ähnlich strukturierten Unternehmen führen könnte.

Großes Synergiepotenziale sieht Bayer im bisherigen Arbeitsgebiet Polymere. Durch den Zusammenschluss der bisherigen Geschäftsbereiche Kautschuk, Polyurethane und Lackrohstoffe entstehe eines der größten Polymerunternehmen der Welt, hieß es. Der Umsatz werde bei mehr als 11 Mrd. Euro liegen. Bei einem verbesserten wirtschaftlichen Umfeld sei eine Umsatzrendite von 15 % machbar, erklärte Manfred Schneider.

Erhebliche Synergien würden durch gemeinsame Strukturen in der Technik realisiert. Bayer sei stark genug, im Bereich Polymere aus eigener Kraft zu wachsen und ihre Position auszubauen.

Umbau des Arbeitsgebietes Landwirtschaft ist am weitesten fortgeschritten

Am weitesten fortgeschritten sei die ebenfalls im September angekündigte Verselbstständigung des Arbeitsgebietes Landwirtschaft im Bereich Pflanzenschutz. Nach der Vertragsunterzeichnung zur Übernahme von Aventis CropScience Anfang Oktober liefen die Vorbereitungen für den Abschluss "auf Hochtouren", teilte Bayer mit. Die EU-Kommission hatte aber eine eingehende wettbewerbsrechtliche Prüfung der Übernahme angemeldet. Vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden zur Übernahme der Cropscience sollen die gesamten Pflanzenschutz-Aktivitäten in einer Gesellschaft unter dem Namen Bayer Cropscience gebündelt werden. Das neue Unternehmen werde mit einem Pro-Forma-Umsatz von derzeit knapp 7 Milliarden Euro an die Weltspitze des Agromarktes vorrücken. Bis 2005 sei ein Umsatz von 8 Milliarden Euro geplant, bei einer Umsatzrendite von 20 Prozent.

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