Arbeitslosenquote auf 9,8 Prozent
Schwächere Konjunktur belastet Arbeitsmarkt

Saisonbereinigt hat sich die Arbeitslosigkeit leicht erhöht. Dies sei auch die Konsequenz der Stagnation der Arbeitsmarktpolitik und des schlechten sagte der Chef der Bundesanstalt, Bernhard Jagoda.

Reuters NÜRNBERG. Auf Grund der schwächeren Konjunktur hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt im März entgegen Experten-Erwartungen erneut verschlechtert. Ohne Berücksichtigung des rein saisonbedingten Rückgangs stieg die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Februar nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit (BA) um 12 000 auf 3,797 Millionen. Wegen des Winter-Endes sank die unbereinigte Arbeitslosenzahl nach den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen zwar um 113 000 auf 3,999 Millionen. Dies ist allerdings der geringste Rückgang in einem März seit der Wiedervereinigung. Die Arbeitslosenquote ging damit auf 9,8 (10,1) Prozent zurück.

BA-Präsident Bernhard Jagoda hält trotz der Anzeichen einer sich abschwächenden Konjunktur zunächst an seiner Prognose für das Gesamtjahr fest. Danach soll die unbereinigte Zahl der Arbeitslosen zwischen 3,6 und 3,65 Millionen liegen. Er hoffe seine Prognose nicht korrigieren zu müssen, sagte Jagoda in Nürnberg. "Ich sehe bisher keinen Anlass dazu." Erst am Ende des Frühjahrs werde man sehen, ob die Schwäche des Arbeitsmarktes kurzfristig ist. Von Reuters befragte Volkswirte waren von einem Rückgang der bereinigten Arbeitslosenzahlen im Schnitt von über 5 000 ausgegangen. Stattdessen waren 12 000 Menschen mehr ohne Stelle. Auch im Februar war die bereinigte Zahl entgegen den Experten-Erwartungen gestiegen.

Entwicklung verlief in Ost und West gleich

Während im Februar die schlechte Arbeitsmarktentwicklung noch nahezu ausschließlich zu Lasten Ostdeutschlands gegangen war, verlief die Entwicklung im März in Ost und West gleich. Die Arbeitslosenquote sank in Ost wie West um 0,3 Prozentpunkte. Im Westen sank sie dadurch auf 7,7 Prozent, im Osten auf 18,6 Prozent. Allerdings lag die Arbeitslosenzahl in Ostdeutschland damit immer noch höher als im März 2000.

In den vergangenen Monaten waren die Wachstumserwartungen für Deutschland von zahlreichen Verbänden und Instituten zurückgenommen worden. Die Bundesregierung rechnet nach eigenen Aussagen für dieses Jahr weiter mit einem Wachstum von zwei-Dreiviertel Prozent. Am Dienstag hatte der Bundesverband Deutscher Banken (BDB) Zweifel geäußert, ob das Wachstum mehr als zwei Prozent betragen werde. Nach einem Zeitungsbericht erwartet auch der Internationale Währungsfonds (IWF) nur noch ein Wachstum von 1,9 Prozent. Er war noch im Oktober von 3,3 Prozent ausgegangen. Die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute werden am Dienstag ihr Frühjahrsgutachten vorlegen.

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