Arbeitsmarktbericht gut weggesteckt: Wall Street ist der Unsicherheit überdrüssig

Arbeitsmarktbericht gut weggesteckt
Wall Street ist der Unsicherheit überdrüssig

Kriegsgerassel und Terrrorangst dämpften in der vergangenen Woche erneut das Handelsgeschehen auf dem Parkett der Wall Street. Die Händler klagen über die dürftige Auftragslage - 70 Prozent der Finanzgemeinde stimmt wohl auch deshalb laut einer Umfrage des Börsensenders CNBC mittlerweile dagegen, den Waffeninspekteuren im Irak mehr Zeit zu geben. Auch wenn die Umfrage nur begrenzt repräsentativ war und nicht auf das ganze Land umgemünzt werden kann, die Mehrheit der Börsianer will vor allem eines: Die Unsicherheit soll ein Ende haben.

NEW YORK. Der Dow Jones Index fiel in der vergangenen Woche erstmals seit Oktober wieder unter die 7 700 Punktemarke. Blue Chips gaben auf Wochensicht um fast 2 Prozent auf 7 737 Punkte nach.

Überraschend gelassen steckte die Wall Street am Freitag den Arbeitsmarktbericht weg. Die Arbeitslosenquote stieg im Februar moderat von 5,7 auf 5,8 Prozent. Das wurde im Vorfeld auch so erwartet. Allerdings wurden 308 000 Stellen abgebaut. Und Finanzexperten hatten erwartet, dass 10 000 neue Stellen geschaffen würden. Da es in den USA keine Seltenheit ist mehr als einen Job zu haben, drückt sich der Stellenabbau nicht im gleichen Verhältnis in der Arbeitslosenquote aus. Da die US-Wirtschaft in erster Linie von der Inlandsnachfrage getragen wird, gefährdet die katastrophale Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt das zögerliche Wirtschaftswachstum und Rezession wird wieder ein größeres Thema in den USA.

Dass die Märkte zumindest am Freitag weitestgehend auf dem Vortagesniveau schlossen, lag an Spekulationen über eine Festnahme in Afghanistan. Die Nachrichtenagentur AP berichtete, dass zwei Söhne von Osama bin Laden gefasst werden konnten. Als diese Nachricht über die Ticker lief, brandete kurzer Jubel auf dem Parkett der Wall Street auf und Trader klatschten sich gegenseitig ab - gaben sich "High Five".

Unter den schwächsten Dow-Aktien waren neben den "American Way of Life"-Papieren von Coca-Cola und McDonalds auch die Aktien von General Motors. Der weltgrößte Automobilriese wies einen Absatzeinbruch um 19 % für den Februar aus. Auch die Verkaufszahlen bei Daimler-Chrysler gingen um 4,5 % in den Keller, Ford schloss nahe der Januar-Zahlen. Doch nicht nur die schwache Nachfrage macht den "Big Three" aus Detroit zu schaffen. Vor allem die Japaner drängen auf den lukrativen SUV und Truck Markt, der in der Vergangenheit die Hochburg der US-Autokonzerne war.

Ebenfalls zu den schwächsten Dow-Performern gehörte Walt Disney. Die Analysten von Soundview und Merrill Lynch äußerten sich pessimistisch zu dem Entertainmentriesen. Sie rechnen mit einer Gewinnwarnung im Zusammenhang mit dem schwachen Geschäft in den Freizeitparks, die aufgrund anhaltender Kriegs- und Terrorsorgen weniger Besucher hätten als erwartet.

Auf ein Jahreshoch kletterte das Papier von Marvel. Der Herausgeber von Comics wie Batman und Superman profitierte im vergangenen Jahr von dem Kinoerfolg von Spiderman. In diesem Jahr erhofft sich Marvel durch die Verfilmung von "Hulk" ähnliche Sondereinnahmen durch Lizenzgebühren und setzte die Gewinnprognosen für das Geschäftsjahr rauf.

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