Arbeitsmarktdaten geben Hinweise auf US-Konjunktur und Zinspolitik
New Yorker Börse schließt vor US-Arbeitsmarktdaten freundlich

Die Technologiewerte haben nach den Verlusten der vergangenen Tage davon profitiert, dass Investoren die niedrigeren Kursen nutzten.

Reuters NEW YORK. Der US-Aktienmarkt hat am Donnerstag nach einem unruhigen Sitzungsverlauf freundlich geschlossen. Die Anleger zeigten sich vor den für Freitag angekündigten Zahlen zur US-Arbeitslosigkeit nervös, sagten Händler. Gegen Sitzungsende setzte sich dann aber am Markt eine positive Tendenz durch. Technologiewerte hätten nach den Verlusten der vergangenen Tage davon profitiert, dass Investoren sich bei den niedrigeren Kursen eingedeckt hätten, hieß es. Der Dow-Jones-Index der 30 Standardwerte ging 19,05 Punkte oder 0,18 % fester mit 10 706,58 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss 0,96 % im Plus mit 1452,56 Punkten. Der technologielastige Nasdaq Composite fiel in den frühen Handelsstunden um rund drei Prozent, um dann nach einer Berg- und Talfahrt die Sitzung 2,77 % höher mit 3759,78 Zählern zu beenden.

Laut Aussagen von Händlern seien die Kursgewinne zum Teil darauf zurückzuführen, dass viele Anleger vor der Veröffentlichung wichtiger US-Wirtschaftsindikatoren ihre Positionen ausbauten, um mit einem kleinen Polster in die Wirtschaftsdatenrunde am Freitag eintreten zu können. Von den Arbeitsmarktdaten am Freitag würden Hinweise auf die US-Konjunktur und damit über die Zinspolitik der US-Notenbank Fed erwartet, hieß es. Der für die Zinspolitik verantwortliche Notenbank-Ausschuss FOMC wird Ende August tagen und darüber entscheiden, ob die Zinsen nochmals erhöht werden. Von Reuters befragte Volkswirte rechnen im Durchschnitt damit, dass das Arbeitsministerium am Freitag einen Anstieg der Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft um 58 000 und eine unveränderte Arbeitslosenquote von vier Prozent bekannt geben wird.

Eine Anzahl von US-Wirtschaftsindikatoren, die teilweise widersprüchliche Schlüsse über die US-Wirtschaftslage zuließen, wurde während des Sitzungsverlauf bekannt gegeben. Händler sagten, die Daten hätten keinen signifikanten Einfluss auf das Marktgeschehen gehabt. Die Zahl der Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe war mit 276 000 nicht so hoch wie von Analysten erwartet. Der Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager für die Wirtschaftszweige unter Ausschluss des Industriesektors zeigte einen Indexstand von 55,5 Punkten. Im Juni hatte der Index bei 64 gelegen. Der Rückgang sei markant, der Indexstand von über 50 Punkten verweise jedoch weiterhin auf eine Expansion der Wirtschaftsaktivität hin, sagten Analysten. Weiter wurde bekannt gegeben, dass die Industrieaufträge für Juni um 5,5 % stiegen, und damit deutlich über dem erwarteten Anstieg von 4,7 % lagen.

Die Standardwerte wurden durch Kursgewinne bei Finanztiteln gestützt. J.P. Morgan verteuerten sich um 2,87 % auf 65-1/16 $. American Express stiegen um 1,09 % auf 58 $. Negative Nachrichten hätten im Halbleitersektor auf die Stimmung gedrückt, sagten Händler. Der Hersteller von Halbleiterausrüstung Kulicke & Soffa belastete den Sektor, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, Lieferschwierigkeiten könnten die Gewinnentwicklung in den kommenden Quartalen belasten. Die Titel büßten 5-1/2 $ auf 16-5/8 $ ein. Der Philadelphia Stock Exchange Semiconductor Index gab 0,38 % auf 951 Punkte nach. Bei Umsätzen von rund 1,05 Mrd. Aktien schlossen an der New York Stock Exchange 1327 Titel höher, 1525 niedriger und 479 unverändert. Am US-Rentenmarkt notierten die richtungsweisenden 30-jährigen Bonds zuletzt um rund 11/32 fester und brachten eine Rendite von 5,74 %.

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