Arbeitsmarktdaten sorgen für Nervosität
USA: Dell-Prognose zieht High-Techs hoch

Die Prognose des weltgrößten Herstellers von Personalcomputern, Dell, hat nach Händlerangaben die US-Technologiewerte am Donnerstag im Geschäftsverlauf deutlich angetrieben.

Reuters NEW YORK. Die Bekräftigung der Vorhersagen für das dritte Quartal 2001/2002 habe die Stimmung auf dem Parkett weiter verbessert, sagten Börsianer. "Die Zaungäste werden immer mehr vom Markt angezogen", sagte Charles Payne, Marktanalyst bei Wall Street Strategies. "Es gibt eine Art Ungeduld, dass man eine deutliche Bewegung verpassen könnte und manchmal trifft dann gerade das ein." Am Vortag hatte bereits der US-Netzwerkausrüster Cisco Systems seine Finanzprognosen bekräftigt und den Markt damit beflügelt.

Der Dow-Jones-Index notierte gegen 19.15 Uhr MESZ 0,56 % im Plus auf 9174,44 Zählern, während der technologielastige Nasdaq-Index kräftige 3,65 % auf 1638,56 Zähler anzog. Die Dell-Prognose habe Marktteilnehmer beruhigt, die befürchtet hatten, die Anschläge vom 11. September könnten die Unternehmensgewinne deutlich drücken, sagten Händler. Dell hatte weiter mitgeteilt, für Mitte 2002 sei mit einer Erholung der Computerbranche zu rechnen. Dell -Aktien legten kräftige 11,24 % auf 22,96 $ zu, Cisco gewannen 6,24 % auf 14,82 $. "Ich glaube, das Schlimmste ist vorbei", sagte Lance Zipper, Geschäftsführer Aktienhandel bei Brean Murray & Co. "Ich glaube nicht, dass der Markt abheben wird, aber ich denke, wir haben den Boden gesehen."

Einige Experten sagten jedoch, die Ängste der Anleger vor weiterer Gewalt nach den Anschlägen in den USA seien immer noch zu spüren. Im frühen Geschäft hatten die Kurse an den New Yorker Aktienmärkten nach Händlerangaben kurzfristig nachgegeben. Nachrichten über einen Absturz einer russischen Passagiermaschine in das Schwarze Meer hätten den Markt verunsichert, sagten Händler. "Natürlich weckt das Ängste über das, was noch passieren könnte. Es ist wieder das Unbekannte und die Unsicherheit, die den Markt von einer großen Rally abhält", sagte Alan Ackerman, Marktstratege bei dem Brokerhaus Fahnestock & Co.

Dow-Wert Alcoa , der weltgrößte Aluminium-Produzent, stieg 0,9 % auf 32,38 $, obwohl der Gewinn des Konzerns nach eigenen Angaben im dritten Quartal wegen rückläufiger Metallpreise und schwacher Nachfrage um 7,9 % gesunken war. Einen leichten Dämpfer erhielten die Anleger nach Händlerangaben unter anderem von dem weltgrößten Hersteller von Glasfaserkabeln, Corning Inc.. Der Konzern wird nach eigenen Angaben wegen Sonderbelastungen für weitere Stellenkürzungen und vorübergehende Werksschließungen die Prognosen der Analysten für das dritte Quartal verfehlen. Die Aktien des Konzerns gaben 10,89 % auf 8,02 $ nach.

Die Nachricht, dass die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe erneut deutlich gestiegen sei, habe die Marktteilnehmer jedoch nicht verschreckt, sagten Händler. Die Zahl der Anträge habe in der Woche zum 29. September auf 528 000 von revidiert 457 000 in der Vorwoche zugenommen, teilte das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Dies ist die höchste Zahl der Erstanträge seit Juli 1992. Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums zeigen die Zahlen die Folgen der Anschläge vor allem auf die Bereiche Reisen und Tourismus. Am Freitag werden die US-Arbeitslosendaten für September erwartet. Volkswirte rechnen mit einer Arbeitslosenquote von fünf Prozent nach 4,9 % im August.

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