Arbeitsniederlegungen ab Donnerstagnachmittag
Verdi will Warnstreiks bei Deutscher Post ausweiten

Die Gewerkschaft Verdi will ihre Warnstreiks bei der Deutschen Post AG ausweiten. Im Tarifstreit in der Baubranche warnten unterdessen Wirtschaftsexperten die Gewerkschaft IG BAU davor, eine Erhöhung der Mindestlöhne im Osten auf Westniveau zu erzwingen.

rtr FRANKFURT. Die Post-Beschäftigten in ganz Nordrhein-Westfalen seien ab Donnerstagnachmittag zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, teilte die Gewerkschaft mit. Wie viele Beschäftigte sich an dem Ausstand beteiligen und wie viele Postsendungen davon betroffen sein würden, lasse sich allerdings noch nicht sagen.

Am Mittwoch und in der Nacht zum Donnerstag hatten nach Angaben von Verdi rund 700 Post-Mitarbeiter in Frankfurt, Mannheim, Darmstadt, Ludwigshafen und Mainz die Arbeit niedergelegt. Rund drei Mill. Postsendungen seien in dieser Zeit liegen geblieben. Bereits am Mittwoch waren nach Angaben der Gewerkschaft rund 20 Mill. Briefsendungen liegen geblieben.

Post-Chef Klaus Zumwinkel wies die Verdi-Forderung nach 6,5 % mehr Lohn und Gehalt unterdessen als unrealistisch zurück. Die Warnstreiks seien nicht nachvollziehbar, kritisierte Zumwinkel bei der Post-Hauptversammlung in Köln. Die Arbeitgeberseite hat in der Tarifrunde bislang kein Angebot vorgelegt, will dies jedoch Anfang kommender Woche tun. Die Post beschäftigt nach eigenen Angaben 240 000 Mitarbeiter, darunter 69 000 Beamte, deren Einkommen vom laufenden Tarifkonflikt nicht berührt werden.

Zum Tarifstreit in der Bauindustrie sagte der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Wolfgang Franz, der "Berliner Zeitung", gerade die Firmen in Ostdeutschland brauchten die geringeren Lohnkosten als Wettbewerbsvorteil. Auch mit ihren übrigen Forderungen gefährde die Gewerkschaft Arbeitsplätze, statt sie durch Lohnzurückhaltung zu sichern.

In der Baubranche war die Schlichtung für die rund 950 000 Beschäftigten am Samstag gescheitert. Die IG BAU will bis 15. Juni eine Urabstimmung über Streiks vornehmen, die bereits zwei Tage später anlaufen könnten. Für Freitag hat die Gewerkschaft massive Warnstreiks angekündigt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%