Arbeitsniederlegungen in Trier und der Pfalz
Textilbeschäftigte starten erste Warnstreiks

Ab Montag sollen bundesweit 240 Betriebe bestreikt werden. In einigen Firmen fiel schon heute der Hammer.

ap FRANKFURT/MAIN. Pünktlich zum Ende der Friedenspflicht haben am Freitag um 0 Uhr die ersten Warnstreiks von Beschäftigten der westdeutschen Textilindustrie begonnen. Wie die Bezirksleitung Frankfurt der für die Branche zuständigen IG Metall mitteilte, zogen in Trier um Mitternacht bei der Firma Eybl-Bobinet 38 von 45 aufgerufenen Nachtschicht-Beschäftigten für eine halbe Stunde vor das Werkstor. Die Gewerkschaft reagiert damit auf den Abbruch der Tarifverhandlungen für die rund 190 000 Beschäftigten der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie.

Im pfälzischen Wolfstein legten nach Angaben der Bezirksleitung am Morgen rund 500 Beschäftigte des Verbandstoffherstellers KOB Braun für jeweils eine Stunde die Arbeit nieder. "Die Nachtschicht hat um 5 Uhr den Hammer fallen lassen, die Frühschicht hat eine Stunde später begonnen als üblich", sagte Sprecher Hartwig Oertel. Mehr als 90 % der Beschäftigten hätten sich an dem Warnstreik beteiligt. Auch die Beschäftigten der Spätschicht wollen um 21Uhr eine Stunde vor dem offiziellen Schichtende die Arbeit niederlegen. Für 12.30 Uhr war ein Warnstreik beim Werk BP Chemicals im hessischen Michelstadt angekündigt.

Von Montag an wollen nach Angaben der IG Metall bundesweit Beschäftigte in 240 Textilbetrieben mit kurzfristigen Arbeitsniederlegungen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Lediglich in Bayern und Baden-Württemberg beginnen die Streiks wegen der Ferien eine Woche später. Auch für das Saarland wurden ab 4. September Warnstreiks angekündigt. Dort liefen am Freitag regionale Verhandlungen der Tarifpartner. Die übrigen Regionen verhandeln im Verbund.

Die dritte Tarifrunde war am Mittwoch ohne eine Annäherung der Standpunkte abgebrochen worden. Ein Hauptstreitpunkt ist die Altersteilzeit. Die IG Metall wünscht eine verpflichtende Vereinbarung, die Arbeitgeber beharren darauf, dass den Betrieben die Beteiligung an einer solchen Regelung freigestellt sein müsse. Als viel zu niedrig sieht die Gewerkschaft ein Angebot der Arbeitgeber zur Erhöhung der Tarifentlohnung um 3,5 % an, wobei der Tarifvertrag eine Laufzeit von zwei Jahren haben soll. Die IG Metall fordert eine Anhebung um fünf Prozent bei zwölf Monaten Laufzeit.

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