Arbeitsplätze fallen weg
HP wird weltgrößter PC-Anbieter

Die beiden US-Computerkonzerne Hewlett-Packard (HP) und Compaq Computer Corp wollen fusionieren, um sich gegen den harten Preiskampf in der Branche und die rückläufigen Umsätze zu behaupten. Hewlett Packard bezahle rund 25 Milliarden Dollar in Aktien für Compaq, teilten beide Unternehmen in der Nacht zum Dienstag mit.

tor/hus/ehe NEW YORK. Der US-Konzern Hewlett-Packard Co. (HP) aus Palo Alto übernimmt für 25 Mrd. $ in Aktien den Konkurrenten Compaq Computer Corp., Houston. Mit einem Jahresumsatz von 87,4 Mrd. $ und 145 000 Mitarbeitern steigt HP damit zum weltweit größten Anbieter für Personal Computer (PC) und Drucker auf. "Wir ändern die Spielregeln in der gesamten Branche", kündigte HP-Chefin Carly Fiorina an, die auch den neuen Konzern führen wird.

In erster Linie reagieren die beiden Unternehmen jedoch auf den wachsenden Wettbewerbsdruck. Mit HP und Compaq verbünden sich zwei Konzerne, die von der tiefen Krise auf dem Markt für Informationstechnologie (IT) besonders hart getroffen wurden. Erstmals seit 15 Jahren ist im 2. Quartal 2001 der weltweite Absatz von PC zurückgegangen. Zugleich haben Unternehmen ihre IT-Ausgaben drastisch gesenkt. Die Folge sind enorme Überkapazitäten bei den Anbietern und ein beinharter Preiskampf, bei dem zuletzt Dell deutlich Marktanteile gewinnen konnte.

HP verspricht sich von der Übernahme Kostensenkungen in Höhe von jährlich 2,5 Mrd. $, die ab 2004 voll wirksam werden sollen. Da beide Unternehmen sich in vielen Bereichen überlappen, sollen drei Viertel dieser Einsparungen durch den Abbau weiterer 15 000 Arbeitsplätze erreicht werden. HP und Compaq haben in diesem Jahr bereits rund 15 500 Stellen gestrichen. "In den kommenden zwei Jahren rechnen wir weiterhin mit schrumpfenden Umsätzen", sagte HP-Chefin Fiorina. "Hier geht es in erster Linie um Kostensenkungen", urteilt Robert Cihra, Analyst bei ABN Amro.

Die Aktionäre von Compaq erhalten 0,6325 HP-Anteile für jede Aktie. Das enstpricht einem Preis von 14,68 $ und damit einem Aufschlag von 19 % gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Mit 64 % der Anteile behalten die HP-Aktionäre klar die Oberhand. Carly Fiorina wird dem entsprechend Chairwoman und Chief Executive Officer (CEO) des Konzerns, Compaq-Chef Michael Capellas soll als Präsident fungieren. Der Unternehmenssitz bleibt Palo Alto. An der Börse in New York verlor HP im frühen Handel mehr als 10 %, der Kurs von Compaq bewegte sich dagegen kaum. Auf dem PC-Markt ziehen HP und Compaq mit einem Marktanteil von 19 % an ihrem Erzrivalen Dell vorbei, der bislang mit etwa 13 % Branchenprimus war. In dem wesentlich margenträchtigeren Bereich Server und IT-Dienstleistungen bringt das neue Gespann künftig genügend Zugkraft, um ernsthaft gegen IBM und Sun Microsystems antreten zu können. "Hier bleibt am meisten zu tun", sagte Steve Milunovich, Analyst bei Merrill Lynch. Er warnt vor allzu großer Euphorie, da sich Fusionen in der Computerbranche als bislang außerordentlich schwierig erwiesen hätten.

Das Zusammenführen zweier sehr unterschiedlicher Kulturen ist dabei nicht das einzige Problem für die Partner. Die Übernahme wird von den Wettbewerbshütern in Washington und Brüssel genau unter die Lupe genommen werden. Die beiden Unternehmen rechnen mit einer Prüfzeit von etwa neun Monaten. Bis zur Genehmigung wollen sie weiterhin als Konkurrenten auftreten. "Wir werden das Geschäft mit Druckern und PC unter der Marke HP zusammenfassen. Das wird vermutlich der heikelste Punkt für die Kartellbehörden sein", sagte Jeff Clarke, Finanzchef von Compaq. Edward Graham, Wettbewerbsexperte beim Institute for International Economics in Washington, erwartet, dass die Kartellwächter in Brüssel die Übernahme deutlich kritischer sehen als ihre Kollegen in Washington. Die Wettbewerbsbehörden könnten HP und Compaq zum Verkauf von Betriebsteilen zwingen, sagte Graham.

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