Arbeitsplatz-Zusagen ausgehandelt
Berlin macht Weg für Bewag-Verschmelzung frei

Gegen Arbeitsplatz-Zusagen hat das Land Berlin der Verschmelzung des Stromversorgers Bewag mit Vattenfall Europe zugestimmt. Bis zum Jahr 2007 werde der Konzern in Berlin mindestens 4350 Stellen sichern, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Dienstag.

Reuters BERLIN. Betriebsbedingte Kündigungen werde es bis dahin nicht geben. Außerdem habe Vattenfall Europe zugesichert, den Sitz der Konzernzentrale bis 2010 in Berlin zu halten. Das Kerngeschäft der Bewag werde bis 2018 in der Stadt bleiben.

Vattenfall-Europe-Chef Klaus Rauscher sprach von einer wichtigen Weichenstellung bei der Bildung des neuen Konzerns. Dies sei aber erst ein Anfang: "Wir werden alle Möglichkeiten des Wachstums nutzen", sagte er. Dies schließe sowohl Zukäufe als auch eigenes Wachstum ein.

Vattenfall Europe ist eine Tochter des schwedischen Vattenfall-Konzerns und will als Nummer drei in Deutschland den Branchenführern Eon und RWE Konkurrenz machen. Der Konzern entsteht aus den Hamburgischen Electricitätswerken (HEW), der Berliner Bewag sowie den ostdeutschen Unternehmen Veag und Laubag. Aus der Zeit der Privatisierung der Bewag im Jahr 1997 hatte das Land Berlin noch Mitspracherechte bei der Bewag bei einem Verkauf. Die Bewag gilt mit über zwei Mill. Kunden als Kern des neuen Unternehmens. Formal soll die Verschmelzung bei der Hauptversammlung der Bewag im Januar beschlossen werden.

Die Bewag allein hat rund 5 000 Beschäftigte, deren Zahl aber bereits nach früheren Vereinbarungen bis 2005 auf knapp 4 000 sinken soll.

Der Vereinbarung zufolge soll die Bewag-Beteiligung von rund 30 % am Berliner Gas-Versorger Gasag nun direkt an die Vattenfall-Europe-Holding angegliedert werden. Der schwedische Mutterkonzern hatte wiederholt grundsätzliches Interesse am Gasgeschäft geäußert.

In Branchenkreisen geht man davon aus, dass Vattenfall von den Auflagen im Zuge der geplanten Fusion von Ruhrgas und Eon profitieren könne. So müsste sich der neue Konzern von seiner ostdeutschen Beteiligung VNG trennen, bei der dann Vattenfall zum Zuge kommen könnte. Nach einer Einstweiligen Verfügung gegen den per Ministererlaubnis gestatteten Zusammenschluss liegt die Entscheidung über die Fusion beim Oberlandesgericht Düsseldorf.

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