Arbeitsplatzabbau geht weiter
Telekom steht nicht vor einer Entlassungswelle

Die Deutsche Telekom AG, Bonn, plant keine Massenentlassungen. Entsprechende Medienberichte wies ein Unternehmenssprecher am Donnerstag zurück. "Wir haben den Arbeitsplatzabbau immer in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften gemacht, und das wird auch weiter so sein", sagte der Sprecher.

dri BERLIN. Seit dem Börsengang 1996 hat die Telekom im Festnetzbereich 110 000 Stellen auf 116 000 Stellen abgebaut und stets weitere Stelleneinsparungen angekündigt. Hintergrund ist ein Rationalisierungsprogramm seit dem Ende der Bundespost-Zeiten und das Outsourcen etlicher Servicebereiche.

Für Unruhe in der Belegschaft hat am Dienstag eine Äußerung von Arbeits-Vorstand Heinz Klinkhammer gesorgt, der am Rande der laufenden Tarifverhandlungen den Wunsch äußerte, von jetzt bis Ende 2004 vor allem in der Festnetz-Sparte T-Com insgesamt 30 000 Stellen abbauen zu wollen. Bisher, so Jürgen Richter, Verdi-Bundesvorstand für Netzkommunikation, sei der Abbau von 20 000 Stellen bis Ende 2003 vorgesehen gewesen. Bis 2004 gelte für die T-Com ein Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen. Dass der Stellenabbau über die 20 000 hinaus weitergehen werde, sei keine Überraschung, die Zahl 10 000 habe Verdi aber zurück gewiesen.

In den 20 000 Stellen, deren Abbau mit Verdi fest vereinbart ist, sind 10 000 Arbeitsplätze enthalten, die eigentlich bereits bis Ende vergangenen Jahres eingespart werden sollten. Der Abbau sei jedoch wegen des Umbaus der Telekom in eine Gesellschaft mit den vier Säulen T-Com (Festnetz), T-Mobile, T-Online und T-Systems auf dieses Jahr verschoben worden. Die Gewerkschaft Verdi befürchtet nun, so Richter, dass die weiteren 10 000 Arbeitsplätze nicht mehr durch Verschiebungen in andere Bereiche, Vorruhestand und Altersteilzeit aufgefangen werden können. Bei T-Mobile und T-Online sind die Zeiten des massiven Stellen-Aufbaus vorbei. Größere Stellenkürzungen sind aber außerhalb des Festnetzes nach Angaben des Telekom-Sprechers nicht zu erwarten. Konkrete Zahlen will das Unternehmen nicht nennen.

Die Festnetzsparte ist seit Anfang des Jahres in den Blick von Analysten geraten. Die bisherige Cash-Cow des Unternehmens verliert wegen der im Wettbewerb stark gesunkenen Preise an Profitabilität. Analysten erwarten, dass sich in diesem Jahr zusätzlich die Rezession auswirkt. So profitiert T-Com bisher stark im Geschäft mit dem deutschen Mittelstand, der unter der Pleitenwelle leidet. Für das 1. Quartal, dessen Zahlen die Telekom am 22. Mai veröffentlichen will, erwarten die Analysten von JP Morgan für T-Com einen gleich bleibenden Umsatz von 6,3 Mrd. Euro, aber einen Rückgang des Ebitda-Gewinns um 9 % auf 2,4 Mrd. Euro.

Dass das inländische Festnetzgeschäft durch zunehmenden Wettbewerb stagnierend bis rückläufig ist, hatte die Telekom veranlasst, in Mobilfunk- und Online-Aktivitäten zu investieren und ihr Geschäft zu internationalisieren. Durch die Zukäufe ist die Zahl der Stellen ingesamt auf 257 000 gewachsen.

Quelle: Handelsblatt

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