Arbeitsplatzabbau offen
BP verlagert Verwaltung nach NRW

Nach der mehrheitlichen Übernahme der Veba Oel mit der Tankstellenkette Aral wird der Mineralölkonzern BP seine deutsche Zentrale von Hamburg nach Nordrhein-Westfalen verlagern.

dpa HAMBURG. Die Sprecherin der Deutschen BP AG, Claudia Braun, bekräftigte am Dienstag in Hamburg Angaben vom Vortag, wonach das operative Geschäft einschließlich Petrochemie und Raffinerien aus Nordrhein-Westfalen (NRW) geführt werden wird.

Nach Angaben der Sprecherin gibt es aber noch keine Entscheidung darüber, ob oder wie viele Stellen in Hamburg abgebaut werden. Der neue Standort für die Hauptverwaltung der Deutschen BP wird noch geprüft. Die Zentrale von Veba Oel ist in Gelsenkirchen, die von Aral in Bochum.

Der britische Mineralölkonzern BP steigt mit 3 500 Stationen künftig zum größten deutschen Tankstellenbetreiber auf. BP übernimmt zum Jahreswechsel 51 % an der Eon-Tochter Veba Oel, zu der die Tankstellenkette Aral gehört. Wenn die Option auf die restlichen 49 % im Frühjahr 2002 ausgeübt wird und die Übernahme komplett vollzogen ist, arbeiten für BP nach Angaben von Braun dann rund 15 000 Menschen, davon bis zu 1000 in Hamburg.

Arbeitsplatzabbau bislang noch offen

BP-Vorstandschef Lord John Browne hatte angekündigt, dass in Deutschland rund 1 500 Arbeitsplätze gestrichen werden. Dieser Einschnitt war mit Überschneidungen bei BP in Deutschland und Aral begründet worden. Die Sprecherin verwies darauf, dass dies vorerst Planzahlen seien.

Die Nachricht vom Milliarden-Tausch-Geschäft, bei dem der Energieversorger Eon von BP deren Tochter Gelsenberg AG übernimmt, die wiederum an der Ruhrgas ein Aktienpaket von 25,5 % besitzt, platzte mitten in den Umzug der BP innerhalb Hamburgs. Der bisherige Firmensitz war dem Unternehmen zu groß geworden. Die Belegschaft ist deutschlandweit seit den neunziger Jahren von 10 000 auf 4 200 zurückgegangen.

Freie Tankstellen fühlen sich nicht bedroht

Die Freien Tankstellen in Deutschland fühlen sich von der geplanten Übernahme des Marktführers Aral durch die britische BP nicht bedroht. "Wir sehen das recht gelassen", sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Freien Tankstellen (BFT), Stephan Zieger, am Dienstag der dpa. Die Fusion werde den Preiskampf in der Branche nicht anheizen. Die Benzinpreise würden durch ganz andere Faktoren bestimmt wie den Rohölpreis oder durch die steuerlichen Abgaben.

Bei fallenden Absatzmengen an den Tankstellen der Kampf um Marktanteile weiter. Derzeit leidet die Branche unter extremen Überkapazitäten, die der BFT-Geschäftsführer auf 3 000 bis 4 000 Stationen schätzte. Insgesamt gibt es gegenwärtig rund 16 000 Tankstellen. Beim BFT sind sind knapp 1 700 freie Tankstellen organisiert.

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