Arbeitsplatzabbau wahrscheinlich
Sanierungsprogramm soll Opel aus der Krise holen

Mit tiefgreifenden Maßnahmen will Opel-Chef Carl-Peter Forster den Automobilhersteller aus der Verlustzone heben. Gleichzeitig musste die Absatzprognose für das Jahr 2001 gesenkt werden.

dpa-afx/rtr RÜSSELSHEIM. Mit einem tief greifenden Sanierungsprogramm will der angeschlagene Automobilhersteller Opel wieder aus der Verlustzone kommen und das beschädigte Image aufpolieren. Ende September sollen bereits konkrete Vorschläge vom Aufsichtsrat beschlossen werden, kündigte der neue Vorstands-Chef Carl-Peter Forster am Donnerstag in Rüsselsheim an. Dies könne auch mit einem Abbau von Arbeitsplätzen verbunden sein.

Kein Zeitpunkt für Erreichen der Gewinnzone

Angesichts der aktuell schwierigen Automobilkonjunktur schließt Forster allerdings aus, dass die deutsche Tochter von General Motors (GM) nach einem 2000er Rekordverlust von 835 Mill. DM rasch in die Gewinnzone vorstößt. Konkrete Angaben, wann dieses Ziel erreicht werden soll, wollte er nicht machen, zumal im Inland der Absatz von Opel-Modellen rückläufig ist.

Die Arbeitnehmervertreter seien in das europaweit angelegte "Restrukturierungsprogramm Olympia" eingebunden und auch bereit, "gute Kompromisse" mitzutragen. Der Gesamtbetriebsratvorsitzende Klaus Franz betonte: "Opel muss so schnell als möglich wieder schwarze Zahlen schreiben". Rote Zahlen kratzten an der Motivation der Belegschaft, an der Substanz des Unternehmens und an der Beschäftigung. Einen drohenden Konflikt sieht Franz für den Fall, dass die Sanierung auf Stellenstreichungen hinauslaufe. Vielmehr müssten freiwerdende Kapazitäten und der Abbau von Bürokratie für neue Produkte eingesetzt werden.

Stellenabbau wahrscheinlich

Der ehemalige BMW-Manager Forster wollte sich bei der gemeinsamen Präsentation des Sanierungsprogramms mit dem Betriebsratvorsitzenden nicht auf Konsequenzen für die Belegschaften festlegen. Die Rückkehr zu schwarzen Zahlen werde aber "wahrscheinlich nicht ohne den Abbau von Arbeitsplätzen möglich sein", sagte er. Dabei ließ er aber offen, ob der voraussichtliche Stellenabbau die vier inländischen Opel- Standorte oder andere europäische Werke des GM-Konzerns treffen wird. "Uns geht es nicht um Kostensenkung der sturen Art."

Ertragsprobleme im Handel

Forster räumte ein, dass Opel vor allem unter einem schwer angeschlagenes Image leide, obwohl sich die Qualität der$Modelle bereits deutlich verbessert habe. Auch der Handel müsse massiv unterstützt werden. Dort hätten seit Jahren anhaltende Ertragsprobleme die Motivation beschädigt, das Gebrauchtwagengeschäft sei nicht optimal und der lukrative Ersatzteilhandel werde von anderen betrieben.

Spareffekte im Einkauf

Den größten Einspareffekt verspricht sich der Vorstand beim Einkauf von Zulieferteilen, die 50 % der Kosten ausmachen. Im Gegensatz zu anderen Wettbewerbern werde man der Zulieferindustrie aber keine pauschale Preissenkung vorschreiben. Vielmehr müsse gemeinsam nach Möglichkeiten der Kostensenkung gesucht werden. "Opel hat einen sauschlechten Ruf in dieser Branche, weil man bislang nicht hingehört hat, was die Zulieferer an Verbesserungsvorschlägen anbieten."

In das Programm zur Rückkehr in die Erfolgsspur sind auch die europäischen GM-Schwestern Vauxhall in Großbritannien und Saab (Schweden) eingebunden. Geleitet wird das im Mai angelaufene Projekt von Forster und dem Finanzvorstand Pat Campbell von GM Europa. Mit allen Beteiligten sollen neue Wege im Vertrieb und im Einkauf gefunden werden. Zusammen mit dem Kooperationspartner Fiat stelle man eine große Einkaufsmacht dar, betonte Forster. Darüber hinaus müsse genau geprüft werden, welche Bauteile gemeinsam eingesetzt werden können, um hohe Entwicklungskosten zu sparen.

Absatz-Prognose gesenkt

Gleichzeitig hat die Adam Opel AG hat nach den Worten seines Vorstandsvorsitzenden Carl-Peter Forster seine Prognose für den Absatz der Pkw-Branche in Deutschland im Jahr 2001 auf 3,2 bis 3,3 Mill. Pkw von zuvor 3,5 Mill. Pkw gesenkt. Die General-Motors(GM)-Tochter rechne damit, dass auch der Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) in den nächsten Tagen seine Pkw-Absatz-Prognose für 2001 senken werde. Forster sagte weiter, Opel wolle seinen Marktanteil im zweiten Halbjahr 2001 behaupten. Noch im Februar hatte Opel für das Gesamtjahr eine Steigerung des Marktanteils auf 12,6 bis 13 % von 12,2 % im Vorjahr prognostiziert. Das Ergebnis für das Gesamtjahr 2001 solle besser ausfallen als im Vorjahr, als das Unternehmen einen operativen Verlust von 982 Mill. DM ausgewiesen hatte.

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