Arbeitsplatzgarantien sollen eingehalten werden
Diepgen sprach mit Chefs von Vattenfall und HEW über Bewag

Im Übernahmestreit um den 1997 privatisierten Berliner Energieerzeuger Bewag ist der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) am Mittwoch mit den Chefs der Hamburgischen Elektricitätswerke (HEW) und deren schwedischer Muttergesellschaft Vattenfall zusammengekommen. Über den Inhalt des gut einstündigen Gesprächs Vattenfall-Chef Lars Josefsson und HEW-Chef Manfred Timm machte ein Senatssprecher keine Angaben.

Reuters BERLIN. Der Regierende Bürgermeister wolle sich die Standpunkte der beteiligten Parteien anhören, hieß es lediglich. Der Senat hatte unlängst eine Einstweilige Verfügung erwirkt, die den Verkauf eines 49-Prozent-Anteils an HEW und Vattenfall gestoppt hatte.

Den Anteil, den der aus Veba und Viag gebildete Stromkonzern Eon aus kartellrechtlichen Gründen aufgeben muss, will auch der amerikanische Bewag-Anteilseigner Southern Energy übernehmen. Mit dem vorläufigen Stopp des Verkaufs will der Senat erreichen, dass Arbeitsplatzgarantien bei der Bewag durch den Eon-Vorgänger Viag eingehalten werden. Southern wie auch das Konsortium aus Vattenfall und HEW wollen zudem den ostdeutschen Stromerzeuger Veag und die Lausitzer Braunkohle AG (Laubag) übernehmen und zusammen mit der Bewag zum viergrößten deutschen Stromkonzern machen.

In der "Berliner Zeitung" (Donnerstagausgabe) rief Diepgen die Beteiligten zum Kompromiss auf. Die Bildung des vierten großen deutschen Stromkonzerns, der seinen Sitz in Ostdeutschland habe, solle wirtschaftspolitisch und nicht wirtschaftlich entschieden werden. Es gebe keine einseitigen Festlegungen des Senats, der jedoch mit dem Bewag-Eigner Southern gute Erfahrungen gemacht habe.

Interesse am Braunkohle-Verstromer Veag meldete nun auch Southern-Konkurrent NRG Energy an. "Wir wünschen uns in einer neuen Veag die unternehmerische Führung", sagte der Berater von NRG-Chef David Peterson, Manfred Raschke, der "Berliner Zeitung". Bereits kommende Woche könne ein gemeinsamens Konzept von NRG, Vattenfall und HEW stehen. NRG Energy hält derzeit ein Drittel der Anteil an der Mitteldeutschen Braunkohle AG (Mibrag) und gemeinsam mit der Power Gen 40 % der Anteile am Kraftwerk Schkopau.

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