Arbeitstreffen in Hannover
Putin und Schröder einig über Afghanistanpolitik

Bundeskanzler Gerhard Schröder und der russische Präsident Wladimir Putin haben nach einem Treffen in Hannover Einigkeit in der Afghanistan- und Nahostpolitik demonstriert. Der Bundeskanzler lobte Putin am Sonntag für dessen frühzeitige Unterstützung der Anti-Terrorkoalition. Der relative Erfolg, den es jetzt in Afghanistan gegeben habe, sei "nicht zuletzt durch die Unterstützung des Präsidenten zu Stande gekommen".

ap HANNOVER. Putin, der bei der Rückkehr von einer Griechenlandreise in Hannover Station machte, gratulierte im Gegenzug Schröder zur Durchführung der Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg bei Bonn und deren Ergebnissen. In Afghanistan könne man keine Situation herbeiführen, bei der alle Seiten zu hundert Prozent zufrieden seien. Die Konferenz habe eine der optimalen Lösungen erzielt, die man finden könne, lobte Putin.

Bei dem knapp zweistündigen Treffen in Schröders Privatwohnung in Hannover ist nach Angaben des Kanzlers auch über die Frage der Deutschen Beteiligung an einer Friedenstruppe in Afghanistan gesprochen worden. Hier komme es zunächst jedoch darauf an, dass die Vereinten Nationen durch einen Sicherheitsratsbeschluss die Basis schaffen würden. Jetzt müsse man das, was auf dem Bonner Petersberg verhandelt worden sei, "auch umsetzen und die provisorische Regierung, die gebildet werden wird, in Stand setzen, ihre Arbeit auszuführen". Dazu bedürfe es neben Entscheidungen der Vereinten Nationen auch die Hilfe verschiedener anderer Länder.

Man habe miteinander auch über den Nahost-Konflikt geredet, "der uns sehr besorgt macht", sagte Schröder weiter. Man sei gemeinsam "der Auffassung, dass Druck ausgeübt werden muss auf beide Seiten, damit es zu einer Deeskalation der Gewalt kommt und der Friedensprozess wieder eine Chance erhält". Die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland seien problemfrei. Positiv sei die Entwicklung "auf wirtschaftlichem Gebiet, auf dem Gebiet des Handels".

Nach den Worten von Präsident Putin betraf das Gespräch auch Fragen "der Energiewirtschaft, der Erdölproblematik und der Preise für das Erdöl". Man habe sich auch mit dem Problem der stabilen Lieferung von Energieträgern aus Russland nach Europa und besonders nach Deutschland befasst und über die Entwicklung und weitere Zusammenarbeit in diesem Bereich gesprochen. Thema seien die Beziehungen zwischen Russland und der Nato gewesen. In diesem Zusammenhang sei er über die Position des Bundeskanzlers sehr zufrieden.

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