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Archäologische Objekte bei Sahara-Touristen entdeckt

Bei den fünf in Algerien wieder aufgetauchten Deutschen sind mehr als 140 Gesteinsproben und archäologische Objekte sichergestellt worden.

dpa ALGIER. Bei den fünf in Algerien wieder aufgetauchten Deutschen sind mehr als 140 Gesteinsproben und archäologische Objekte sichergestellt worden. Die tagelang als vermisst gemeldeten vermeintlichen Sahara-Touristen wurden deshalb festgenommen und sollen wegen Diebstahls von geschützten archäologischen Fundstücken vor Gericht gestellt werden, wurde am Montag in Algier offiziell mitgeteilt.

Den fünf Deutschen wird nach einem Bericht der nationalen algerischen Nachrichtenagentur APS außerdem vorgeworfen, gegen die Vorschriften für Touristen in der Sahara und im Tassili-Nationalpark im Süden verstoßen zu haben. Nach algerischem Recht drohen ihnen Haftstrafen von zwei bis fünf Jahren sowie empfindliche Geldbußen.

Das Auswärtige Amt in Berlin teilte mit, es habe Kontakt zu den algerischen Behörden hergestellt. Die fünf Deutschen würden konsularisch betreut.

Die Gruppe war am Samstagabend nach einer weiträumigen Suchaktion im Süden des Landes im Tassili-Nationalpark etwa 95 Kilometer von Djanet entfernt bei ihren Fahrzeugen gefunden worden. Die Fünf hatten sich Mitte der Woche plötzlich von ihrem Sahara-Führer entfernt. Die algerische Presse hatte zuvor spekuliert, die "Touristen" könnten nach dem Muster des Geiseldramas von 2003 verschleppt worden sein.

Nach den offiziellen Agenturberichten sollen die Fünf in ihren Fahrzeugen und in ihrem Gepäck 31 verschiedene Gesteinsproben sowie 113 archäologische Objekte gehabt haben, darunter Keramik, Stößel, Mahlsteine, Pfeilbögen sowie Werkzeuge aus der Vorgeschichte. Die Zeitung "El Watan" schrieb am Montag, einer der Deutschen betreibe eine Agentur für den Verkauf archäologischer Stücke und sei schon mindestens fünf Mal in der Djanet-Region gewesen. Der Direktor des bekannten Nationalparks kündigte Zivilklage gegen die Deutschen an.

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