ARD-Intendanten entscheiden über Vertrag zur Fußball-WM
Streit über Verschlüsselung von WM-Spielen im Digital-TV

Unmittelbar vor der entscheidenden Sitzung der ARD-Intendanten zu den TV-Übertragungsrechten für die Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 ist eine Diskussion über die Verschlüsselung der Spiele im ARD-Digitalangebot entbrannt.

afp FRANKFURT. Die Intendanten wollten am Montagnachmittag in Frankfurt am Main über den Vertrag mit der Kirch Gruppe entscheiden, die die Rechte an den Weltmeisterschaften besitzt. Kirch fordert, dass die Fußball-Übertragungen im Digitalangebot verschlüsselt werden. Damit wären nach Angaben der Arbeitgemeinschaft der Landesmedienanstalten (ALM) derzeit etwa 350 000 Haushalte von den Spielen der Weltmeisterschaften ausgeschlossen, da ihr Decoder keine verschlüsselten Daten empfangen kann. Der ALM-Vorsitzende Norbert Schneider mahnte unmittelbar vor der Sitzung eine Lösung dieses Problems an.

Zugleich machte Schneider deutlich, dass der Vertrag eigentlich nicht an dieser Frage scheitern dürfe. Das Problem sei lösbar. Er schlug vor, dass die Vertragsparteien den 350 000 Haushalten einen Austausch ihrer Decoder anbieten könnten. In Zukunft könne die Industrie dann dazu übergehen, nur noch entschlüsselungsfähige Decoder anzubieten. Fall dies nicht möglich sei, sollten die Käufer zumindest auf die eingeschränkten Möglickeiten hingewiesen werden. Bei den betroffenen Geräten handelt es sich um preisgünstige Digital-Boxen, die nur unverschlüsselte Daten empfangen können.

Die Kirch Gruppe drängt offensichtlich auf eine Verschlüsselung der Fußball-Spiele im Digital-TV, weil sie so die Übertragung der Bilder im Ausland verhindern könnte. Als weiterer Knackpunkt vor der Intendanten-Sitzung galten die nur unsicheren Zusagen für die Weltmeisterschaften 2006 in Deutschland. Kirch hat bisher nur die Zahlung einer Ausfallsumme von 100 Mill. DM zugesichert, wenn die öffentlich-rechtlichen Anstalten nicht den Zuschlag für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland erhalten. Nach dem vorliegenden Vertrag erwerben sie definitiv nur die Übertragung für die WM 2002 in Japan und Südkorea. Für die weitaus lukrativere WM 2006 im eigenen Land besitzen sie lediglich eine Kaufoption, die durch die Ausfallsumme abgesichert werden soll.

Digitales Fernsehen soll in einigen Jahren in Deutschland das bisherige analoge TV völlig ablösen. Kirch mit seinem verschlüsselten Abo-Fernsehen Premiere World und die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF haben dafür unterschiedliche Empfangstechniken enmtwickelt.

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