ARD kauft zusätzliches WM-Viertelfinale von Kirch Media
69 Millionen Euro für Bundesliga-Rechte

ARD-Vorsitzender Fritz Pleitgen ist bereit, für die Übertragungsrechte für die Zusammenfassungen der Samstagsspiele der Fußball-Bundesliga 69 Mill. Euro zu zahlen. Diese Summe soll aus den vorhandenen Gebührengeldern aufgebracht werden, betonte Pleitgen. "Wir werden keine Mittel aus anderen Programmetats für den Kauf der Bundesliga-Rechte überführen", betonte ARD-Sprecher Rüdiger Oppers am Donnerstag.

KÖLN. Während die ARD noch fleißig auf dem Kölner Branchenkongress Medienforum NRW über die Qualitäten junger Moderatoren bei einer Neuauflage der "Sportschau" diskutierte, schnürte der Münchner Medienunternehmer Herbert Kloiber sein Angebotspaket für die Deutsche Fußball-Liga (DFL). Seine in Luzern ansässige Sportrechteagentur AIM will der insolventen Kirch Media die Bundesligarechte abjagen. Kirch Media will für die Rechte rund 300 Mill. Euro erzielen und wie bisher an den Berliner Sender Sat 1 und an das Bezahlfernsehen Premiere vergeben. Kloiber hat eine höheres Angebot gemacht.

In Branchenkreisen wird damit gerechnet, dass Kloiber - Gesellschafter von Tele 5 und RTL 2 - auf Grund seines höheren Angebots das Rennen machen wird. Damit würde die ARD überraschend wieder groß ins Sportgeschäft mit Kloiber einsteigen. Noch letztes Jahr entschieden sich die Intendanten der ARD gegen einen Einstieg von Kloibers Mediefirma Tele-München-Gruppe bei der Sportrechteagentur Sport A, die jeweils zur Hälfte dem Ersten und dem ZDF gehört.

Offiziell heißt es von Pleitgen, dass sich die ARD aus Gründen der Fairness entschieden habe, Sat 1 bei der Bundesliga weiter den Vortritt zu überlassen, weil der Sender bislang die Zusammenfassung gezeigt habe und überdies unter der Kirch-Insolvenz leide. Die ARD werde die von Sat 1 bislang gebotene Summe nicht überbieten. Für den WDR-Intendanten Pleitgen ist der Zugriff auf die Bundesligarechte besonders reizvoll. Denn damit könnte die vom WDR produzierte Traditionssendung "Sportschau" am Samstagabend neu belebt werden. "Es wird nicht die gute alte Sportschau, sondere eine neue bessere", versprach ARD-Sprecher Oppers gestern. "Ein Konzept liege noch nicht vor, dafür sei es zu früh", erklärte der ARD-Sprecher.

Ähnlich wie bei der Sat 1-Bundesligashow "Ran" will die ARD drei- bis fünfminütige Zusammenfassungen zeigen, aber "mit weniger Werbung und weniger Brimbamborium". Derzeit bezahlt die ARD für die Kurzberichterstattung aus der Bundesliga in der "Tagesschau" rund 6 Mill. Euro.

Auch bei der Fußball-Weltmeisterschaft geht die ARD weiter auf Einkaufstour. Das Erste hat das Viertelfinale Türkei gegen Senegal am Samstag zusätzlich von der in Zug ansässigen Kirch Media WM AG gekauft. Wie das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen erfuhr, betrug der Kaufpreis lediglich 2,5 Mill. Euro. Für die restlichen 25 WM-Spiele hatte die ARD einen Vertrag mit Kirch Media über 110 Mill. Euro plus Mehrwertsteuer unterschrieben.

Quelle: Handelsblatt

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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