ARD meldet Kurzberichte an
Streit um TV-Rechte spitzt sich zu

dpa HANNOVER. Zehn Tage vor dem Start der Fußball-Bundesliga spitzt sich der Streit um die künftige Berichterstattung im Fernsehen zu. Die ARD hat unter Berufung auf den Rundfunkstaatsvertrag erstmals bei drei gastgebenden Vereinen Kurzberichterstattung angemeldet. Nach Angaben der Deutschen Fußball Liga GmbH (DFL) zieht der WDR in Erwägung, zum Saisonstart am 28. Juli kurze Ausschnitte von den drei Spielen Bayer 04 Leverkusen - VfL Wolfsburg, Borussia Dortmund - 1. FC Nürnberg und Borussia Mönchengladbach - Bayern München zu filmen. Sie könnten dann in der ARD-Tagesschau um 20.00 Uhr gezeigt werden.

"Die Clubs in Leverkusen, Mönchengladbach und Dortmund sind als Veranstalter vom WDR angesprochen worden. Derzeit wird von den betroffenen Vereinen sowie den Rechtsanwälten der DFL geprüft, inwieweit dieser Anspruch gerechtfertigt ist und ob die Voraussetzungen für Kurzberichterstattung in den konkreten Fällen erfüllt sind", sagte am Mittwoch DFL-Geschäftsführer Michael Pfad.

Ausschnitten bis 90 Sekunden

Der WDR hat bei den drei Vereinen fristgerecht eigene Kamerateams und Reporter angekündigt. Die ARD beruft sich auf das gesetzlich festgelegte Recht, dass jeder TV-Sender über wichtige Sportereignisse in Ausschnitten bis 90 Sekunden berichten darf. Dafür ist ein angemessenes Entgelt zu zahlen. Die Höhe des Entgelts hat das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil vom Februar 1998 offen gelassen. Es soll von den Bundesländern bestimmt werden.

Hintergrund des ARD-Vorstoßes ist ein Streit zwischen der Kirch- Gruppe als Inhaber der TV-Rechte und dem öffentlich-rechtlichen Sender. Die ARD will für die Kurzberichte in der Tagesschau die freie Auswahl haben und in jedem Fall auch über das Top-Spiel berichten. Dies lehnt das Münchner Medienunternehmen ab. Kirch, der pro Saison 750 Mio. Mark (rund 383 Mio. Euro) zahlt, hat mit dem ZDF einen Vertrag geschlossen, bei dem pro Spieltag zwei Begegnungen für die Nachrichtensendung «heute» ausgeschlossen sind.

Sollte es zwischen Kirch und der ARD nicht zu einem neuen Fernsehvertrag kommen, könnte dies auch Folgen für die Berichterstattung im Hörfunk haben. Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" hat der Ligaverband die ARD vor einer Woche vorsorglich darauf hingewiesen, dass die Hörfunk-Übertragungen von einer Einigung im Fernsehen abhängig sind.

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