ARD-Sender dürfen samstags 40 Minuten live senden
Private Radiosender klagen gegen Fußball-Liga

Die privaten Hörfunksender haben im Streit um die Hörfunkrechte für die Fußball-Bundesliga juristische Schritte eingeleitet. Dazu hat Radio Hamburg gegen die Deutsche Fußball-Liga (DFL) Klage beim Landgericht Hamburg eingereicht.

dpa HANNOVER/HAMBURG. Die Privatsender wollen für ihre Bundesliga-Berichterstattung kein Geld an die DFL zahlen. Radio Hamburg hat die Musterklage für die im Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) organisierten Sender angestrengt, der auch die Kosten übernimmt. Im Gegensatz zur DFL bestehen die Privat-Radios darauf, dass es keine Hörfunkrechte gibt, und wollen jetzt das Recht auf freie Berichterstattung durchsetzen.

"Uns geht es um eine grundsätzliche Klärung", sagte Radio Hamburg- Geschäftsführer Bertram Schwarz der dpa. Derzeit verlangt die Liga, abhängig von der Sendergröße und vom Umfang der Berichte, für die 17 Heimspiele einer Profi-Mannschaft Beträge zwischen 15 000 und 50 000 DM (7700 und 25 600 ?). "Wir wollen nicht in eine Kostenspirale wie beim Fernsehen", sagte Schwarz. In mehreren Verhandlungsrunden mit der DFL seien zudem für die kommenden Jahre höhere Kosten "angedeutet worden".

Pfad: Die Liga müsse ihr Produkt schützen

DFL-Geschäftsführer Michael Pfad hatte bereits im Sommer, als der VPRT mit der Klage gedroht hatte, gesagt: "Wir sehen einer möglichen Klage entspannt entgegen, weil wir von unserer Rechtsposition überzeugt sind, dass Hörfunk-Lizenzen kostenpflichtig sind." Die Liga müsse ihr Produkt schützen, da sie eigene Hörfunk-Berichte auf der Internet-Seite "Bundesliga.de" anbietet.

Vor dem Saisonstart hatten 27 private Radio-Anstalten die Lizenz zum Senden von der DFL erworben. "Der Lizenzkauf erfolgte unter Vorbehalt", sagte dazu VPRT-Geschäftsführer Thorsten Grothe. Auch Radio Hamburg zahlt derzeit für die Berichterstattung vom Hamburger SV und vom FC St. Pauli. "Wir sind auf die DFL zugegangen und beteiligen uns an den Kosten", so Schwarz. Gemeint seien damit unter anderem Eintrittsgeld und Kosten für Arbeitsplätze in den Stadien. Dem VPRT gehören 55 Radio-Sender und 105 andere Medien-Unternehmen an.

Radio-Stationen ohne Lizenz werden abgewiesen

Die Radio-Stationen ohne Lizenz werden in den Stadien abgewiesen und dürfen auch nicht zu den Pressekonferenzen. Einige Sender haben zu Beginn der Saison Reporter auf die Stehränge geschickt, um von dort aus zu berichten. Sie sind aber wieder herauskomplimentiert worden.

Die ARD vertritt die gleiche Rechtsauffassung wie der VPRT, hat bisher aber eine grundsätzlichen Klärung durch Gerichte vermieden. Während die Privaten zahlen müssen, berichten die öffentlich- rechtlichen Radio-Sender nach eigenen Angaben, ohne eine Lizenz von der DFL gekauft zu haben. Nach Angaben von DFL-Geschäftsführer Pfad gebe es mit der ARD eine Vereinbarung über die Radio-Berichterstattung mit "Nebenabreden". Nach einem Streit zu Beginn der Saison darf jeder ARD-Sender samstags 40 Minuten live über die Spiele der 1. und 2. Liga berichten.

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