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ARD und ZDF offenbar zu zusätzlichen Zahlungen an Kirch bereit

Digitale Ausstrahlung der WM-Spiele über Satellit weiter ungewiss

hps DÜSSELDORF/KÖLN. Kurz vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea ist weiter unklar, ob ARD und ZDF ihre Live-Übertragungen auch digital und unverschlüsselt über Satellit ausstrahlen können. Die öffentlich-rechtlichen Sender haben es versäumt, beim Kauf der 24-Live-Spiele von der Kirch-Gruppe für die Rekordsumme von 110 Mill. Euro plus Mehrwertsteuer im letzten Jahr sich auch die Digitalrechte vertraglich zu sichern. "Wir haben mit dem Rechteinhaber, der Kirch-Gruppe, immer noch keine Einigung erzielen können", erklärten der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen und ZDF-Intendant Markus Schächter gestern. Die Senderchefs sind offenbar bereit, für die Digitalrechte noch zusätzliche Millionen zu zahlen, hieß es gestern im Umfeld eines Intendanten. Wären ARD und ZDF in der Frage der digitalen Verbreitung hart geblieben, hätte dies das Scheitern der WM-Liveübertragungen insgesamt bedeutet, entschuldigten ARD und ZDF die Vertragspanne. Sie würden sich weiter intensiv um die Digital-Rechte bemühen, da die Zahl der Digital-Empfänger weiter steige. Pleitgen sagte gestern: "Die Situation ist unbefriedigend und droht, bis zu einer Million Haushalte vom Empfang auszugrenzen."

Ursprünglich war davon ausgegangen worden, dass der Streit zwischen der Kirch-Gruppe und ARD/ZDF bereits gelöst sei. Denn der spanische Pay-TV-Sender Vía Digital, Kirch und ARD/ZDF erklärten den Konflikt um die Satellitenausstrahlung im April für beendet. Vía Digital bekam damals die Pay-TV-Rechte an der Fußball-WM 2006 in Deutschland für nur 78 Mill. Euro von der Kirch Sport. In Branchenkreisen wurde der Preis für die spanischen Übertragungsrechte als ausgesprochen niedrig angesehen. Hintergrund des Schnäppchenpreises dürfte der Streit gewesen sein, den Vía Digital mit Kirch und ARD/ZDF ausgetragen hatte.

Der Bezahlsender sah seinen WM-Vertrag verletzt, weil über Satellit die von ARD und ZDF übertragenen WM-Spiele kostenlos in Spanien empfangen werden können. Der Abo-Sender setzte sich mit seiner Rabattforderung bei Kirch durch. Die Alternative wäre eine Verschlüsselung der WM-Spiele. Dagegen hatten sich ARD und ZDF heftig gewehrt. "Wir haben nie einen Zweifel gehabt, dass wir die WM in dem Umfang ausstrahlen können, wie es unserem Vertrag mit Kirch entspricht", sagte ein ZDF-Sprecher noch im April zufrieden.

Quelle: Handelsblatt

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