ARD und ZDF übernehmen großen Anteil der Summe
TV-Rechte an Olympischen Spielen für Rekordpreis verkauft

Neuer Rekord bei der Vermarktung von Senderechten: 614 Millionen Euro geben die Sendeanstalten der Europäischen Rundfunk-Union für die Europa-Übertragungsrechte an den Winterspielen 2010 und den Sommerspielen 2012 aus. IOC-Präsident Jacques Rogge zeigte sich erfreut über den Abschluss.

HB LAUSANNE. Die Europa-Übertragungsrechte für die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver und die Sommerspiele 2012 sind für die Rekordsumme von 614 Millionen Euro (746 Millionen Dollar) an die Europäischen Rundfunk-Union (EBU) gegangen. Das IOC teilte die Summe am Dienstag in Lausanne mit, nachdem der Vertrag zuvor von der EBU- Generalversammlung in St. Petersburg ratifiziert worden war. Der neue Kontrakt bedeutet nach Angaben von IOC-Vizepräsident Thomas Bach eine Steigerung "zwischen 40 und 50 Prozent". Für die Winterspiele 2006 in Turin und die Sommerspiele 2008 in Peking hatte die EBU 510 Millionen Euro (578 Millionen Dollar) an das IOC gezahlt.

Der Vertragsabschluss mit der EBU, deren Mitglieder ARD und ZDF sind, schließt außer Italien alle 51 EBU-Länder mit ihren 71 Sende- Stationen ein. Der vom italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi politisch kontrollierte Staatssender RAI hatte sich an der Vereinbarung des neuen Kontraktes nicht beteiligt. Inzwischen liegen dem IOC aus Italien von einer Reihe von Sendern Angebote vor. Das IOC kalkuliert mit Einnahmen, die 15 Prozent des EBU-Abschlusses oder rund 92 Millionen Euro ausmachen. Demnach würde sich die Europa- Gesamtsumme auf über 700 Millionen Euro (850 Millionen Dollar) erhöhen.

An dem EBU-Preis sind ARD/ZDF nach Informationen der dpa überproportional beteiligt. An den 578 Millionen Dollar für die Winterspiele in Turin und die Sommerspiele in Peking hatten die beiden öffentlich-rechtlichen Sender einen Anteil zwischen 15 und 20 Prozent und damit von maximal 116 Millionen Dollar. In den harten Verhandlungsrunden mit dem IOC erklärten sich ARD und ZDF bereit, einen relativ höheren Anteil zu tragen. Nach Informationen aus der ARD liegt der nationale Olympia-Preis bei nahezu 250 Millionen Dollar.

IOC-Präsident Jacques Rogge zeigte sich in einer Presseerklärung "erfreut" über den Abschluss, der zudem noch eine gesonderte Promotion-Vereinbarung von 125 Millionen Euro enthält. Mit dem Kontrakt erlöst die olympische Dachorganisation relativ mehr als beim Abschluss mit NBC. Der amerikanische TV-Gigant muss für die US-Rechte von den Winterspielen 2010 und den Sommerspielen 2012 zwei Milliarden Dollar zahlen und damit 30 Prozent mehr als bei den Vorgänger-Spielen von 2006 und 2008.

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