ARD und ZDF übertreffen RTL
Fußball-EM gibt Industrie einen Kick

Die Straßen sind leer und die Kneipen voll, wenn in Portugal der Ball rollt. Zu Hause oder auf Videoleinwänden in der Eckkneipe verfolgen Millionen Fußballfans Triumphe und Niederlagen bei der Europameisterschaft. Sehr zur Freude von Getränke- und Fernsehherstellern sowie ARD und ZDF. Letztere konnten sogar RTL im Juni von Platz drei der Zuschauergunst verdrängen.

ebe/ire/hps/pos DÜSSELDORF. "Der Markt für Videoprojektoren ist im 2. Quartal 2004 im Vergleich zum Vorjahr um rund 50 Prozent gewachsen", erklärt Ralf Wolf vom deutschen Marktführer NEC. Auch Philips - Marktführer bei LCD- und Plasma-TV-Geräten in Deutschland - ist mit dem Quartal zufrieden. Ein Sprecher schränkt aber ein: "Vieles sind nur vorgezogene Käufe, die sonst zum Jahresende erfolgt wären". EM-Sponsor JVC hat sich nach eigenen Angaben - im Vergleich April und Mai mit dem Vorjahr - von Platz fünf auf vier bei Flat-TV-Geräten hochgearbeitet. Ein JVC-Sprecher sagte: "Große Schirme liefen sehr gut."

Alle Hersteller betonen, dass die EM positiv, aber nicht ausschlaggebend war. Vielmehr sei der Flat-TV- Markt derzeit ein "Selbstläufer" mit konstant hohen Wachstumsraten. Dennoch habe man Preiszugeständnisse machen müssen, um die Käufer zu locken. Bei Projektoren und Flat-TV reichte es laut NEC trotzt erheblicher Mengenausweitung nur zu einem "einstelligen Umsatzplus".

Andrä Herrmann von Panasonic resümiert, man sei "nicht unzufrieden", aber die EM habe nicht das gehalten, was man sich versprochen habe. Mehr als eine Millionen TV-Geräte sollten im Vorfeld von EM und Olympia abgesetzt werden, erklärte der Branchenverband GfU noch im Mai. Das hält Herrmann heute doch für optimistisch.

Bei den Nahrungsmittelkonzernen hüllt man sich in Schweigen, was die effektiven Umsatzauswirkungen der Sponsorengelder angeht, die in das Event in Portugal gepumpt wurden. Eher allgemein heißt es, man werde "trotz des frühen Aus" weiter zur deutschen Mannschaft stehen, wie es die Bitburger Brauerei formuliert. Der Vertrag mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) wurde bis 2008 verlängert, sagt ein Bitburger-Sprecher. Auch Getränkeriese Coca-Cola will weiter machen. Die "Zuschauerresonanz sei erfreulich positiv", heißt es, man sei man mit dem Sponsoring "sehr zufrieden".

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