ARD und ZDF wollen feste Zusage für die Übertragung
Poker um die Fernsehrechte für die Fußball-WM 2006 in Deutschland

KÖLN/MÜNCHEN/DÜSSELDORF. In die Nachverhandlungen über die Übertragungsrechte an den Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 ist Bewegung gekommen. Man habe sich bemüht, zu einer Einigung zu kommen, hieß es von den Beteiligten. "Da ist Bewegung im Spiel" erklärte ein Brancheninsider.

Gestern hatten sich der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen, ARD-Verhandlungsführer Albert Scharf, ZDF-Intendant Dieter Stolte und Dieter Hahn, Vize-Chef des Kirch-Konzerns, in München an einen Tisch gesetzt. Das Gespräch war notwendig geworden, nachdem die zehn ARD-Intendanten kürzlich beschlossen hatten, angesichts der Bedeutung der Weltmeisterschaft in Deutschland im Jahr 2006 noch einmal mit der Kirch-Gruppe, der die TV-Rechte gehören, zu sprechen. Über das Ergebnis wurde bisher offiziell nichts bekannt. Die ARD-Intendanten wollten sich ursprünglich bereits am Montagnachmittag zu einer Sitzung treffen. Auf Grund der Verkehrsprobleme wurde die Konferenz jedoch in den späten Abend verlegt. Am heutigen Dienstagnachmittag will die ARD das Ergebnis der Gespräche erläutern. ZDF-Sprecher Philipp Baum erklärte, die Gespräche hätten in "guter und intensiver Atmosphäre" stattgefunden. Er betonte, dass Interesse des "Zweiten" an einer einvernehmlichen Lösung mit der ARD.

Anfang Januar hatten sich ARD und ZDF mit der Kirch-Gruppe nur auf einen Vertrag für die Live-Berichterstatung der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea geeinigt. Jedoch für die Weltmeisterschaft vier Jahre später in Deutschland war den Öffentlich-Rechtlichen nur ein Vorkaufsrecht zu einem bestimmten Zeitpunkt von Kirch zugestanden worden. Dieses Ergebnis war insbesondere dem amtierenden ARD-Vorsitzenden und Intendanten des WDR, Fritz Pleitgen, zu wenig. Die Neuverhandlungen stellen jedoch nach Meinung von Branchenbeobachtern eine Brüskierung des langjährigen Verhandlungsführers und BR-Intendanten Albert Scharf dar.

ARD-Sprecherin Gudrun Hintersin erinnerte am Montag daran, dass die Übertragung der Fußball-WM seit 1954 eine große Tradition habe. Die Kirch-Gruppe wollte am Montag zu den Verhandlungen keine Stellung nehmen.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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