ARD und ZDF wollen Rechte für 2006 kaufen
Digitale WM-Übertragung gesichert

ARD und ZDF haben sich im Streit um die Ausstrahlung der Fußball-WM im digitalen Satellitenfernsehen mit der Kirch-Gruppe geeinigt.

wiwo/ap Wie ZDF-Intendant Markus Schächter am Mittwoch in Mainz berichtete, verständigten sich beide Seiten auf eine so genannte technische Lösung. Zusätzliches Geld werde Kirch nicht erhalten.

Schächter sagte, ARD und ZDF hätten Kirch darüber hinaus angeboten, dem insolventen Medienkonzern die Rechte für alle 64 Spiele der Fußball-WM 2006 abzukaufen.

In Deutschland empfangen derzeit rund eine Million Haushalte ihr TV-Programm mit Hilfe von digitalen Set-Top-Boxen für das frei empfangbare Fernsehen. Der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen sagte, die Fußball-WM werde von ARD und ZDF digital als zusätzliches Programm über den Fernsehsatelliten Astra ausgestrahlt. Um das Programm empfangen zu können, sei lediglich ein einmaliger automatischer Sendesuchlauf notwendig. Zudem müssten die Nutzer das zusätzliche Programm auf ihrer Fernbedienung speichern: "Selbst ich würde das schaffen."

Pleitgen sagte, bei Tests habe sich in den letzten Tagen gezeigt, dass das über Astra ausgestrahlte Programm in Spanien nicht zu empfangen ist. Dies liege an der speziellen Technik der so genannten FTA-Boxen ("Free to air") in Deutschland. Der spanische Pay-TV-Sender Via Digital hatte von Kirch die digitalen Übertragungsrechte an der Fußball-WM erworben und sah angesichts der Pläne von ARD und ZDF, die Spiele unverschlüsselt über Satellit auszustrahlen, seine Rechte berührt.

Die in Deutschland über Satellit ausgestrahlten Programme sind in Spanien frei empfangbar. Schächter sagte zu den TV-Rechten an der WM 2006, ARD und ZDF seien bereit, sofort zu verhandeln. Beide Sender seien aber nicht bereit, die ursprünglich geforderten Summen auch nur zur Kenntnis zu nehmen. In den Medien war spekuliert worden, Kirch könnte für 24 Spiele der WM 2006 rund 250 Millionen Euro verlangen. Der ZDF-Intendant wollte diese Zahl nicht bestätigen, sagte aber, es sei das Ziel von ARD und ZDF die Rechte für alle 64 Spiele zu einem Preis zu bekommen, der unter den ursprünglichen Forderungen für 24 Spiele liege.

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