ARD-Vertrag frühestens nächste Woche
TV-Poker um Bundesliga geht weiter

Der TV-Poker um die Bundesliga geht weiter. Jedenfalls kann der Vertrag zwischen der ARD und dem Rechtevermarkter Infront nicht so schnell unterschrieben werden wie geplant.

HB/dpa HAMBURG. "Ich gehe davon aus, dass es in der kommenden Woche zu einer Einigung kommt", sagte ARD-Sprecher Martin Gartzke am Freitag. Gleichzeitig sieht sich aber auch der bisherige Bundesliga-Sender Sat1 noch im Rennen. "Es ist noch nichts entschieden, wir führen nach wie vor Gespräche", erklärte Unternehmenssprecher Torsten Rossmann der Deutschen Presse-Agentur.

Bisher war von einer Einigung mit der ARD schon am Wochenende ausgegangen worden. Es gebe allerdings keine Verzögerung wegen nicht zu überwindender Schwierigkeiten, sagte der ARD-Sprecher. Es sollen nur noch Details und juristische Formulierungen zu klären sein. Auch zwei strittige Punkte sind vom Tisch. Ursprünglich hieß es, die ARD wolle neben der Zusammenfassung in der Sportschau mehrere Livespiele zeigen und zudem die Zusammenfassungen des Pay-TV-Senders Premiere um 17.25 Uhr verhindern. "Die ARD respektiert bestehende Verträge", erklärte nun der Sprecher des öffentlich-rechtlichen Senders. Premiere-Geschäftsführer Georg Kofler hatte sich vehement gegen eine Reduzierung der Exklusiv-Rechte seines Senders gewehrt.

Der Zeitdruck nimmt angesichts der Anfang August beginnenden Saison zu. "Wir müssen jetzt wirbeln und sehen, dass die Verträge fertig werden", sagte Günter Netzer am Freitag in Frankfurt. Zu Details wollte sich der Manager und Teilheber von Infront nicht äußern. Netzer war in Frankfurt, wo auch der Aufsichtsrat der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zusammenkam. "Es geht um Informationsgespräche und nicht um Entscheidungen", versicherte DFL - Geschäftsführer Michael Pfad.

Bei der ARD laufen derweil die Planungen für die neue Sportschau. Nach einigen Irritationen ist klar, dass die Sendung wie zuletzt beim WDR und nicht in Hamburg produziert werden würde, wenn die ARD die Rechte an den sieben Samstagsspielen erhalten würde. "Die Sporschau kommt aus Köln", sagte ein hochrangiger WDR-Mitarbeiter. Als Moderator ist Gerhard Delling gesetzt. Offen ist hingegen, wer die Nummer zwei ist, die sich mit Delling abwechselt, und ob Länderspiel- Experte Netzer gelegentlich auch in der Bundesliga-Sendung auftreten könnte.

Während weiter fast alles für die ARD spricht, hat Sat1 noch nicht aufgegeben. "Es ist nicht so, dass wir uns zurückgezogen hätten", sagte der Sprecher der Pro Sieben Sat1 AG. Sein Sender habe trotz der bereits erworbenen Champions-League-Rechte weiter Interesse an der Bundesliga. Im Gegensatz zur ARD möchte Sat1 aber auch mehr als die bisher zulässigen zwei Livespiele von der Bundesliga.

In die Diskussion um die künftigen TV-Übertragungen der Bundesliga-Spiele am Sonntag werden nun auch die Präsidenten der Regional- und Landesverbände mit einbezogen. DFB-Vizepräsident Engelbert Nelle (Hildesheim) kündigte für kommenden Dienstag eine Sitzung in Frankfurt/Main an. "Der Grundlagenvertrag wird in dieser Frage berührt. Da müssen die Vertreter der Amateurvereine mit einbezogen werden", sagte Nelle. "Wenn die neuen Anbieter einen früheren Beginn der Sonntagsspiele fordern, schließe ich im Moment nichts aus. Dabei müssen jedoch alle Möglichkeiten abgewogen werden, um zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen."

Die Amateurvertreter wehren sich gegen eine Vorverlegung der beiden Sonntagsspiele (bisher 17.30 Uhr). Darauf aber drängt das ZDF, um sie in seine "Sportreportage" integrieren zu können. "Besonders in den Bereichen, in denen die vier beteiligten Bundesligavereine zu Hause sind, kann es zu Abstrichen bei den Besucherzahlen der Begegnungen in den unteren Klassen kommen", sagte Nelle, der im Verband für den Amateurbereich zuständig ist. Eine endgültige Entscheidung über den Anstoß der Sonntagsspiele könnte das DFB - Präsidium bei seiner Sitzung am Donnerstag in Frankfurt/Main treffen.

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